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Steffi Jones: Bei der Europameisterschaft gibt es viele Favoriten

Steffi Jones ist beim DFB die verantwortliche Direktorin für den Frauenfußball. Bei der EM in Schweden hofft sie auf die Titelverteidigung der deutschen Frauennationalmannschaft. Das Interview mit ihr, seht Ihr hier:

Einige große Vereine im Herrenbereich haben keine Frauenfußballabteilung. Planen sie da Projekte, damit sich das auch ändert?

Mittlerweile  ist es normal, dass wir Vereine haben, die im Profibereich tätig sind und  auch eine Frauenabteilung haben. Zum Beispiel Bayern München, Wolfsburg oder Freiburg. Wir haben aber auch Vereine, die selbstständig sind und sich mit einer Frauenmannschaft etabliert haben. Es ist für uns beides möglich.  Uns ist es wichtig, dass sich der Frauenfußball weiterentwickeln kann – ob nun als Teil eines Lizenzvereins oder eigenständig.

Anfang des Jahres wurde Abby Wambach zur Weltfußballerin gewählt. Ist dies eine gute Wahl in Ihren Augen?

Ja, das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich habe mit Abby selbst zwei Jahre zusammengespielt, ich habe sie auch damals schon als eine der weltbesten Spielerinnen gesehen. Dass sie es jetzt tatsächlich geworden ist, kann ich nur befürworten, Sie hat es sich verdient.

Wer könnte die nächste deutsche Spielerin werden, die auf dieser Bühne auftritt?

Wir haben in unserer Mannschaft sehr viele talentierte Spielerinnen, die schon auf einem sehr hohen Niveau spielen. Welche dann einmal diesen Sprung schaffen kann, wird man sehen. Es ist ja auch immer davon abhängig, dass sie gesund bleiben und sich keine Verletzungen zuziehen. Es waren ja schon einige namhafte Spielerinnen auf der Liste, wie etwa Lira Bajramai, Simone Laudehr, Nadine Angerer oder Kim Kulig. Wir haben sehr viele Spielerinnen, die Weltklasseniveau haben.  . Ich bin davon überzeugt, dass wir auch wieder eine Spielerin auf den Plätzen eins bis drei haben werden.

Was sagen Sie zur Wahl Pia Sundhages zu Welttrainerin?

Auch da kann ich nur zustimmen. Ich bin ja auch in der FIFA-Kommission und sehe immer die Kandidaten für die Wahlen und da muss ich zugeben, Pia Sundhage ist wirklich eine Weltklassetrainerin. Sie hat sich es dieses Jahr verdient.

Wäre Silvia Neid demnächst auch wieder eine Kandidatin?

Sie war die erste Trainerin, die ausgezeichnet wurde und das war für uns alle ein großer Erfolg. Jetzt ist es Pia Sundhage geworden. Ich bin davon überzeugt, dass Silvia Neid nach der EM wieder in die engere Auswahl kommen wird.

Könnten Sie sich vorstellen, dass eine namhafte Trainerin oder ein namhafter Trainer nach Deutschland in die Bundesliga wechseln würde?

Das kann ich mir natürlich vorstellen, denn unsere Frauen-Bundesliga ist nicht nur europa- sondern weltweit bekannt. Man weiß, dass sie eine attraktive Liga ist und sehr viele internationale Spielerinnen, neben unsere deutschen, dort unter Vertrag stehen. Es ist aber leider so, dass wir generell nicht genügend Trainerinnen haben, und einige weibliche Trainer für ihre Nationalverbände zuständig sind. Es ist auch wichtig, dass sie ihre Nationalmannschaften erfolgreich begleiten, da ergeben sich noch ganz andere Perspektiven. Aber dennoch ist es vorstellbar, dass künftig interessante Trainerinnen auch die Frauen-Bundesliga bereichern können.

Was denken Sie über die Verpflichtung von Pep Guardiola bei Bayern München? Wäre dies auch im Frauenbereich, gerade auch finanziell zu stemmen?

Wir hatten ja gerade das Beispiel Pia Sundhage,  interessante Verpflichtungen sind  sicherlich auch im Frauenfußball möglich. Das lässt sich aber nicht mit den finanziellen Möglichkeiten  der Männer vergleichen. Wenn Sie mich nun zu Bayern München direkt fragen, ist dies ein Transfer, der weltweit wahrgenommen wird und für Bayern München eine sehr positive Außenwirkung  hat.  Die Spieler sind sicherlich auch gespannt auf den neuen Trainer, wobei sie sich im Moment auf die aktuelle Saison konzentrieren und der aktuelle Trainer ist ja auch ein sehr erfolgreicher. Jupp Heynckes hat ganz viele Erfolge feiern dürfen: Ich habe hohen Respekt vor ihm und stelle ihn auf eine Stufe  mit dem  neuen Trainer.

Ist der Titel bei der Europameisterschaft das Ziel?

Das Ziel spricht die Bundestrainerin aus. Wir alle wünschen der Mannschaft, dass sie ihre beste Leistung abrufen kann. Wir alle wissen aber, wie es in einem Turnier laufen kann und das beste Beispiel war nun mal die Weltmeisterschaft. Es ist abhängig von der Tagesform und vom Gegner. Auch bei der EM in Schweden warten schwere Gegner. Wir haben zunächst einmal mit unserer Gruppe eine anspruchsvolle Aufgabe zu lösen. Wir als DFB werden alles dafür tun, dass sich die Mannschaft gut vorbereiten kann, die Frauenbundesliga wird ihre Spielerinnen genauso unterstützen, so dass das Team zur Europameisterschaft auch die beste Leistung abrufen kann.

Der Titel wird wohl nicht an Frankreich vorbeigehen. Wer ist noch Favorit?

Frankreich ist eine der Mannschaften, die zu den Favoriten gehören. Sie zeigen immer wieder, dass sie sehr kompakt und auch sehr leistungsstark sind. Es sind aber auch noch andere Mannschaften, die dazu zählen, wie Schweden oder England. Wir haben in Europa ein sehr dichtes Feld, da kann Jeder Jeden schlagen und so fällt es immer schwer, im Vorfeld Favoriten festzulegen. Es kommt auf viele Komponenten an:  Muss ich Spielerinnen durch mögliche Ausfälle kompensieren oder mich taktisch umstellen. Da kann so viel zusammen kommen, so dass ich mich schwer tue, jetzt einen Favoriten festzulegen.

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Veröffentlicht am 15/07/2013, in Fußball International. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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