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Buchtipp: Ansgar Brinkmann – „Der weiße Brasilianer“

Wenn man als deutscher Fußballer als „weißer Brasilianer“ bezeichnet wird, kann man nicht so viel falsch gemacht haben in seiner Karriere. Ansgar Brinkmann war nie Deutscher Meister, kommt auf 59 Bundesligaspiele und über 300 Zweitliga-Partien, spielte für Osnabrück, Münster, Bielefeld und Gütersloh. Er hat nie ein Länderspiel bestritten, obwohl viele Trainer in ihm großes Potenzial gesehen haben. Dennoch war Brinkmann eine der schillerndsten,  sympathischsten und wohl auch schrägsten Figuren im deutschen Fußball.

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Ansgar Brinkmann „Der weiße Brasilianer“. 2. Auflage 2011, 208 Seiten, 26 Farbfotos, 14 S/W Fotos, 2 S/W Abbildungen, Format 13,3 x 21,7 cm, gebunden mit Schutzumschlag, Delius Klasing

Der ehemalige Nationaltrainer Berti Vogts sagte mal: „Du müsstest 50 Länderspiele haben.“ Seine Eskapaden ließen eine Nationalmannschafts-Karriere wohl nicht zu. Brinkmann erklärt das unter anderem so: „Ich trank kaum Alkohol, aber wenn ich trank, dann richtig.“ In Osnabrück schnappte ihn die Polizei: Trunkenheit am Steuer. Brinkmann flüchtete aus dem Polizeiwagen, türmte quer durch die Stadt und versteckte sich auf einem Garagendach: „Nüchtern hätte ich das nie geschafft.“

Er kam straffrei davon. „Die Quintessenz dieser Geschichte sollte sein, dass ich nichts zu befürchten hatte? Aber es war so. Die Polizisten hatten Fehler gemacht. Sie hätten nicht mit meinem Porsche fahren dürfen, hätten besser auf mich Acht geben müssen. Sie hatten mir die Chance verschafft zu flüchten, ich hatte sie genutzt. Einen Tag später, so hatte es mir der Anwalt geraten, ging ich zur Polizeistation und verlangte meine Schlüssel und das Auto zurück. Ich erzählte auf dem Revier, dass die Polizisten lediglich mit meinem Porsche fahren wollten, ich sie freundlicherweise gelassen hatte, dass es mir dann aber zu lange gedauert hätte und ich abgehauen wäre. So stand es dann auch in der Zeitung. Die Polizisten waren natürlich nicht erfreut, nahmen es mir aber auch nicht allzu krumm. Es war unglaublich. Ich musste keinen Cent bezahlen, wurde überhaupt nicht belangt. Ich hatte wahnsinniges Glück.“

Es ist nur eine von vielen Anekdoten. Nachlesen kann man diese in seiner Biografie „Ansgar Brinkmann – Der weiße Brasilianer“ (Delius Klasing Verlag). Über seine Anfänge im Fußball und seine Kindheit schreibt Brinkmann: „Ich war ein eher zurückhaltendes, introvertiertes Kind. Nur wenn es um Sport ging, lief ich vorneweg.“ Der Fußball „war eine Droge. Und ich war süchtig. Ich wusste schon früh: Da kann mir keiner was.“ Ein Problem war, dass er unter Asthma litt. „Wenn ich Fußball spielte oder draußen herumlief, war mir nichts anzumerken. Aber sobald ich zur Ruhe kam, ging es los. Husten bis zur Atemnot.“ Trotzdem setzte er sich später durch. Es folgte eine beeindruckende Profi-Karriere. „Es wurde mit der Zeit zwar schwächer, aber erst mit 18 hatte ich fast keine Probleme mehr – einer von vielen Kämpfen in meinem Leben, den ich schließlich gewann.“

Und ehemalige Weggefährten sind voll des Lobes über Ansgar Brinkmann: „Ansgar war ein total begnadeter Fußballer mit hervorragender Technik. Er hatte unglaublich viele Tricks drauf und war neben dem Platz ein Typ, der immer zu einem Spaß bereit war und mit dem man viel lachen konnte. Deshalb ist der Spitzname „weißer Brasilianer“ absolut berechtigt“, sagte der ehemalige Nationalspieler Bernd Schneider. Das Buch widmet Ansgar Brinkmann seinen Fans, schreibt: „Für die Fans, die mich immer unterstützt haben.“ Das werden sie auch weiter tun. Und vergessen werden sie ihn schon mal gar nicht.

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Veröffentlicht am 17/09/2013 in Fußballbücher und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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