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Wer sind die Schuldigen bei dem Leverkusener Phantomtor?

Lange musste die Bundesliga nach dem „Treffer“ von Thomas Helmer gegen Nürnberg 1994 auf das zweite Phantomtor warten, doch am 18. Oktober war es wieder soweit. Stefan Kießling „traf“ bei 1899 Hoffenheim zum 0:2. Der Stürmer köpfte den Ball links ans Außennetz, alles geklärt, denken sich die Gastgeber, doch auf einmal jubelt Stefan Reinartz. Er lief zu Kießling, umarmte ihn und jubelte über die ausgebaute Führung.

Der vermeintliche Schütze, wusste augenscheinlich nach seinem „Tor“ bereits, dass er nicht getroffen hatte. Kieß jubelte erst nicht, obwohl der Ball ja im Tor gelegen hatte. Er schien deutlich gesehen zu haben, dass der die Kugel erst über den Umweg von der Außenseite durch ein größeres Loch ins Tor gelangte.

Was ist nun der Skandal dabei? Dass der Schiedsrichter das Tor gab? Schwer zu entscheiden, denn der Ball war im Tor. Auch wenn die Hoffenheimer Auswechselspieler sich kurz danach über das Tor beschwerten und Dr. Felix Brych das Loch sah, kann er ohne TV-Bilder nicht einfach auf Nicht-Tor entscheiden. Er hätte sich ja so nur den Benachteiligten angeschlossen, die, wie zum Beispiel auch bei unberechtigten Strafstößen, stets für ihr Recht streiten. Ohne eine zweite Schiedsrichtermeinung oder eben Bilder keine gerechte Entscheidung möglich.

Dann wären da noch die Leverkusener. Sie wären die einzigen Akteure auf dem Platz gewesen, die die richtige Entscheidung zumindest herbeiführen hätten können. Reinartz, so vermitteln es die Bilder, schien das „Tor“ richtig gesehen zu haben und jubelte schlichtweg, damit die drei Punkte auch wirklich sicher waren. Kießling selbst wurde überrumpelt von Reinartz und bekam vermittelt, ‚Junge, jubele ruhig, dann merken sie es nicht’. So zumindest der Eindruck.

Die entscheidende Szene fand dann aber wenige Minuten am Mittelkreis statt. Der „Torschütze“ und Brych sprachen kurz, wenn es nicht um das gerade erzielte „Tor“ ging, worum dann? Hier hätte Kießling, der wohl eindeutig sah, dass er nicht getroffen hatte, dem Schiedsrichter einen Hinweis geben können. Besser gesagt, hier war seine letzte Chance dazu.

Nun droht der Grüne Tisch und die Frage, was hätten die Bayer-Kicker, den Fair-Play-Gedanken im Hinterkopf, machen sollen? Reinartz’ Jubel war schon falsch, das Schweigen Kießlings ebenfalls. Die Unparteiischen hätten vielleicht genauer das Netz prüfen müssen, wenn denn zum Wiederanpfiff das Loch bereits vorhanden war.

Fair Play bleibt wichtig

Eines bleibt: Fair Play kann Spiele entscheiden, Miroslav Klose kann ein Lied davon singen. Am 30. April 2005, dem 31. Spieltag der Saison 2004/05, gab der Schiedsrichter in der Partie Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld einen Strafstoß. Es stand 0:0 und Klose wurde in den Augen von Herbert Fandel regelwidrig vom Strafraum vom Ball getrennt. Die logische Konsequenz: Elfmeter und Gelbe Karte für den Arminen-Keeper Matthias Hein. Der Nationalstürmer jedoch gab beim Unparteiischen an, dass alles regelkonform gewesen sei und das Spiel lief ohne Verwarnung und Elfer weiter.

Auch in der vergangenen Saison glänzte Klose durch sein Fair-Play-Verhalten. Er nahm bei einem Treffer am fünften Spieltag gegen den SSC Neapel die Hand zur Hilfe. Die Neapolitaner protestierte, Klose gab zu, die Hand genommen zu haben und das Tor zählte nicht.

Beide Spiele verlor Klose und sein jeweiliges Team mit 0:3, er selbst bekam für beide Szenen unter anderem die DFB-Medaille Fair ist mehr.

Diese Medaille hätte auch Stefan Reinartz und/oder Stefan Kießling zustehen können. Doch sie blieben stumm und ließen das Spiel zu ihren Gunsten weiterlaufen.

Achja, auch mit einer Torlinientechnik, hätte man auf Fair Play setzen müssen, denn der Ball war ja im Tor. So hätte bei vorhandener Technik die Frage geheißen: Hat die Technik in diesen Sekunden versagt und es war ein Treffer oder eben doch nicht? Auch hier hätten nur die Spieler selbst Klarheit schaffen können…

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Veröffentlicht am 18/10/2013 in Allgemein, Fußball National und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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