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Archiv für den Monat November 2013

Ausfall von Mats Hummels ist bitter, aber…

Ganz Deutschland oder zumindest ganz Dortmund ist verzweifelt. Mats Hummels ist verletzt, Marcel Schmelzer angeschlagen und Neven Subotic fällt die gesamte Restsaison aus. Alles bitter, ganz klar, aber die Schuld liegt nicht beim Deutschen Fußball-Bund oder Joachim Löw.

Auf der einen Seite kann man sagen, der BVB war etwas zu optimistisch, mit nur drei Innenverteidigern in die Saison zu gehen, aber getreu dem Motto, hinterher ist man immer schlauer, ist dies so oder so nicht mehr zu ändern.

Der DFB und vor allem Bundestrainer Joachim Löw sollte auf der anderen Seite aber auch nicht der schwarze Kater zugeschoben werden, denn er hat sich nun einmal dazu entschlossen, gegen Italien mehr Bayern-Spieler einzusetzen und gegen England mehr Dortmunder. Die Tage zur Bundesliga sind, wie es auch Löw schon sagte, ausreichend, um sich auszuruhen. Hätten sich die Dortmunder gegen Italien verletzt, wären sie jetzt auch nicht fit.

Vor einigen Monaten wurde aus dem Revier noch gemeckert, warum den Löw so wenig Schwarz-Gelbe nominiere, nun waren es zu viel. Was ist denn nun richtig? Verletzungen sind bitter, können aber immer passieren, bei Test-Länderspielen gegen England oder Liechtenstein, aber auch in Test gegen Paderborn oder Traktor Dortmund-Nordwest.

Und Jürgen Klopp weiß genau, was er nun zu tun hat. Am Samstagabend gegen 20.20 Uhr werden sich vielleicht alle fragen, warum man im Vorfeld so lange diskutiert habe…

Vielmehr sollte man darüber nachdenken, den internationalen Kalender etwas anzupassen. So sind doch Reisen für den einen oder anderen Nationalspieler in die USA, Asien oder Afrika anstrengend und vor allem eines – nicht notwendig…

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Der 16.11. – Weltstar Lionel Messi wird geboren

Heute ist der 16. November. Im Jahr 1893 wurde an diesem Tag ein Vorgängerverein von Sparta Prag gegründet, 1974 wurde an einem 16.11. Paul Scholes geboren und 1946 Wolfgang Kleff, Klaus Fischer erzielte an diesem Novembertag im Länderspiel gegen die Schweiz 1977 sein Jahrhunderttor per Fallrückzieher und vor genau zehn Jahren wurde ebenfalls ein Weltstar geboren.

Am 16. November 2003 feierte Lionel Messi seine Geburt in der ersten Mannschaft des FC Barcelona. „Es ist ein sehr wichtiges Datum für mich“, sagt der Offensivkünstler in einem Erinnerungsvideo heute über jenen Tag, „denn damals habe ich mir meinen Kindheitstraum erfüllen können. Es war ein sehr glücklicher Tag für mich.“

Es war ein Debüt, das schon einen Meilenstein für die späte Karriere legte, denn just in jener Saison spielte er für fünf Mannschaften der Katalanen! Er spielte eine Partie in der B-Jugend (ein Tor) und erzielte für die A-Junioren in 14 Spielen 21 Tore. Als 16-Jähriger berief ihn Frank Rijkard schließlich in den Kader für ein Freundschaftsspiel beim FC Porto.

Der Koordinator von La Masia, Josep Colomer, überbrachte Messi damals die glückliche Botschaft. „Wir haben mit der A-Jugend trainiert. Als wir fertig waren, kam Colomer zu mir“, erinnert sich Messi noch an jedes Detail, „er sagte mir, dass ich mit den Profis reisen werde und ich einfach das Spiel genießen solle. Wenn ich zurückkomme, solle ich mich aber auf die A-Jugend konzentrieren.“

Die A-Jugend war nach der Rückkehr des Wunderknaben aber nur noch ein Teil seiner Heimat. Um die fünf Mannschaften auch voll zu machen, kickte er nach seinem Einsatz für die A-Mannschaft in der Saison 2003/2004 auch noch für die B- und C-Elf der Katalanen. Die Karriere begann in jenen Novembertagen rasant und führte zu unzähligen Titeln.

Den Menschen verändert haben sie aber nicht. Wenn heute im Camp Nou oder in einem anderen Stadion dieser Welt Lionel Messi aufläuft, ist er im Geiste noch immer der gleiche Junge wie damals in Porto an jenem 16. November 2003. „Ich bin der Selbe“, sagt der Weltstar am 16. November 2013 von sich.

Serie A protestiert gegen die WM-Planungen

Seit Monaten firmiert sich ein Protest gegen die WM-Planungen des brasilianischen Fußballverbandes CBF. Am Mittwochabend haben nun auch die Spieler deutlich Stellung bezogen.

Im Spiel Sao Paulo gegen Flamengo entschlossen sich die Spieler nach Anpfiff den Ball einfach nur hin und her zu kicken. Zuerst standen beide Teams in einem Kreis zusammen, dann erfolgte der Anpfiff und für mehr als eine Minute wanderte der Ball nur von links nach rechts.

Hintergrund der Proteste, die am Mittwochabend in unterschiedlicher Art und Weise bei jeder Partie auftraten, ist der Spielkalender für das WM-Jahr 2014. So findet das Turnier für in Brasilien kickende Spieler zu einem ungünstigen Zeitpunkt statt, da die Pause zwischen den Staatsmeisterschaften in den ersten Monaten des Jahres und der Serie A nicht gegeben ist bzw. im neuen Kalender der Pausen viel zu kurz kommen. Durch die „Unterbrechung“ im Juni und Juli fehlen im Kalender einfach vier Wochen, die die an anderer Stelle wieder eingeholt worden und somit weniger Verschnaufpause für alle mit sich bringt.

Bei allen Spielen worden von den Fußballern Banner mit der Aufschrift „Por um futebol melhor para todos“ (Für einen besseren Fußball für alle) und „Freunde des CBF. Wo bleibt die Vernunft?“ hochgehalten. Zudem kreuzten die Spieler die Arme und protestierten auch schweigsam.

Lionel Messi – La Pulga auf Abwegen?

Lionel Messi spielt seit Jahren auf einem unglaublich hohen Niveau. Mit gerade einmal 26 Jahren hat er bereits dreimal die Champions League, unzählige Titel in Spanien und wurde viermal in Serie zum Weltfußballer. Doch das Jahr 2013 ist ganz und gar nicht seines.

Steuerskandal, dann das angebliche Gehaltstheater mit seinem Vater, der nach der Verpflichtung von Neymar mehr Geld für seinen Sohn haben wollte und immer wieder Verletzungen. Nun fehlt er wieder, man muss wirklich sagen wieder, denn seit dem Frühjahr ist er im Schnitt alle zwei Monate außer Gefecht gesetzt. Man übertreibt nicht, wenn man von einem Seuchenjahr spricht, zumal sein Intimfeind Cristiano Ronaldo in der laufenden Saison immer mehr auftrumpft.

Das Erschreckende jedoch ist, zumindest für Messi und seine Fans, er wird gar nicht mehr so sehr gebraucht. War er unter Pep Guardiola noch der Dreh- und Angelpunkt, damals ein Barca ohne La Pulga kaum vorstellbar, so scheut dessen Nach-Nachfolger Gerardo Martino nicht, den Argentinier auch einmal draußen zu lassen oder frühzeitig vom Feld zu nehmen. Was anfangs als Majestätsbeleidigung anmutete, fruchtete als wirksame taktische Maßnahme.

Tata sagte von Beginn an, dass Messi ein wichtiger Spieler in seinem System sei, meinte aber imn Zuge der erneuten Verletzung auch: „Wir wissen nicht, wie das seinen Kopf belastet.“ Und durch die nun auch erlaubten weiten, hohen Bälle, kann sich zum Beispiel ein Alexis Sanchez offensiv viel besser in Szene setzen. Druck aus der Mannschaft heraus, eine neue Herausforderung.

Der chilenische Stürmer brauche die Bälle schnell, sagte er unlängst. Unter Marcelo Bielsa spielte der Chilene in der Nationalmannschaft, Tata zeigte sich von dieser Zeit begeistert, „da ich immer hoch und runter gelaufen, so wie ich es auch jetzt mache“, sagte er in einem Interview mit der Zeitung EL9, „Bälle gewinnen und über das Feld laufen, um Tore zu erzielen.“ Durch seine Schnelligkeit könne er „besser“ Tore machen.

Aber auch Neymar oder Pedro sind für ein Tor gut, zusammen mit dem taktisch und fußballerisch ebenso genialen Andres Iniesta. Bei Barcelona ist Lionel Messi verzichtbar geworden!

Für Argentinien unverzichtbar

Lionel Messi by Fanny Schertzer via Wikimedia

Lionel Messi by Fanny Schertzer via Wikimedia

Ironischerweise ist er für seine Nation inzwischen umso wichtiger. War er bei der Weltmeisterschaft 2006 noch nicht am Zug, vier Jahr später von einem sichtbar überforderten Diego Maradona trainiert, sollte die WM im Nachbarland seiner Heimat zu seinem Turnier werden. Denn wie heißt es so schön, ein großer Fußballer muss auch Weltmeister geworden sein.

Die Ahnenreihe solcher Spieler ist lang: Pelé, Franz Beckenbauer und eben auch Maradona gehören da hinein. Vielmehr noch war Letztgenannter in Messis Alter bei der WM 2014 (27) bereits Weltmeister. Er hat zwar weniger Titel auf Vereinsebene gewonnen, aber eben diesen einen großen Pokal. Vier nach seinem Triumph 1986 stand die „Hand Gottes“ außerdem noch in einem weiteren WM-Finale, das, dass dürfte in Deutschland hinreichend bekannt sein, nicht siegreich endete.

Zwar hat die Albiceleste in der Offensive genug Auswahl, aber der Kapitän ist unverzichtbar. Nach der WM 2010 erfand sich Argentinien ein Stück weit neu. La Pulga wurde 2011 Spielführer und erreichte die WM 2014 mit einer  Bilanz von neun Siegen, fünf Remis und nur zwei Niederlagen.

Nun fehlt Messi bis in den Januar des WM-Jahres hinein. Da macht sich manch ein Kopf in Argentinien Sorgen. Nationaltrainer Alejandro Sabella ahnt es bereits: „Der Stress und der Druck wenden sich gegen ihn. Man muss vor der WM seine Angst kontrollieren.“

Messi selbst verkündete via Facebook: „In den kommenden Wochen werde ich mich voll mit der Genesung meiner Verletzung beschäftigen. Im Moment ist es das Wichtigste ist wieder voll fit zu werden.“

Die Hoffnung einer ganzen Nation hängt am kleinen Floh. Fluch und Segen auf beiden Seiten der Medaille.

Schalkes Sieg rettet Jens Keller den Job!?

Kommentar

0:1 zur Pause hinten, der Stuhl des Jens Keller und vielleicht auch langsam von Horst Heldt wackelte heftig. So zumindest die breite Meinung der Revierpresse und königsblaue Anhänger.

Ich bin weit von Gelsenkirchen entfernt, auch kein Fan des FC Schalke, aber ich finde es schon sehr interessant, wie sehr unter Druck Keller arbeiten muss. In meinen Augen sollte man ihn machen lassen oder eben einen anderen Mann an der Linie machen lassen.

Gut, der Start war nicht ganz überragend, spektakuläres 3:3 gegen den Hamburger SV, Niederlagen gegen Wolfsburg und Hannover. Aber in den vergangenen Wochen haben sie „nur“ gegen die größeren Namen verloren. Gegen Leverkusen haben sie gar gewonnen und sie halten den Anschluss an die Spitze.

Aber im Ernst, nur Bayern kann mit Bayern mithalten oder eben Teams, die in dieser Kategorie spielen. Spielerisch schaffen es mehrere Mannschaften, aber die Ausdauer, die Kaderbreite und –tiefe haben schlicht und einfach nur Bayern, Barcelona oder Real Madrid.

Es ist noch gar nicht so lange her, da was das große Ziel des FC Schalke, sich finanziell zu stabilisieren. Gut der Weg dahin ist sicher auch schmerzlich und mit Abstrichen versehen, aber es geht nur das Eine oder das Andere. Dortmund hätte vor zehn Jahren fast in der Kreisklasse gespielt, sich dann langsam aufgebaut und auch Tabellenplätze im Mittelfeld hingenommen.

Wie bei vielen anderen Vereine auch, vermisse ich als Außenstehender eine echte Philosophie. Eine Spielidee, ein Trainer, der einfach auch mal das Vertrauen der Führungsetage hat, um seine Ideen zu etablieren.

Kurzum, die Unruhe auf Schalke ist bemerkenswert, so kann man in meinen Augen gar nicht arbeiten. So hart es klingen mag, sie sollten einfach mal in Ruhe malochen, sich nicht um die Anderen kümmern (außer vielleicht Dortmund;-)) und einen roten Faden durch den Verein ziehen. Danach Spieler und Mitarbeiter holen.

Und einen Iker Casillas in königsblau? Klasse Sache, aber nicht mehr heute, sondern lieber eine junge Nummer eins aufbauen und der vertrauen…