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Lionel Messi – La Pulga auf Abwegen?

Lionel Messi spielt seit Jahren auf einem unglaublich hohen Niveau. Mit gerade einmal 26 Jahren hat er bereits dreimal die Champions League, unzählige Titel in Spanien und wurde viermal in Serie zum Weltfußballer. Doch das Jahr 2013 ist ganz und gar nicht seines.

Steuerskandal, dann das angebliche Gehaltstheater mit seinem Vater, der nach der Verpflichtung von Neymar mehr Geld für seinen Sohn haben wollte und immer wieder Verletzungen. Nun fehlt er wieder, man muss wirklich sagen wieder, denn seit dem Frühjahr ist er im Schnitt alle zwei Monate außer Gefecht gesetzt. Man übertreibt nicht, wenn man von einem Seuchenjahr spricht, zumal sein Intimfeind Cristiano Ronaldo in der laufenden Saison immer mehr auftrumpft.

Das Erschreckende jedoch ist, zumindest für Messi und seine Fans, er wird gar nicht mehr so sehr gebraucht. War er unter Pep Guardiola noch der Dreh- und Angelpunkt, damals ein Barca ohne La Pulga kaum vorstellbar, so scheut dessen Nach-Nachfolger Gerardo Martino nicht, den Argentinier auch einmal draußen zu lassen oder frühzeitig vom Feld zu nehmen. Was anfangs als Majestätsbeleidigung anmutete, fruchtete als wirksame taktische Maßnahme.

Tata sagte von Beginn an, dass Messi ein wichtiger Spieler in seinem System sei, meinte aber imn Zuge der erneuten Verletzung auch: „Wir wissen nicht, wie das seinen Kopf belastet.“ Und durch die nun auch erlaubten weiten, hohen Bälle, kann sich zum Beispiel ein Alexis Sanchez offensiv viel besser in Szene setzen. Druck aus der Mannschaft heraus, eine neue Herausforderung.

Der chilenische Stürmer brauche die Bälle schnell, sagte er unlängst. Unter Marcelo Bielsa spielte der Chilene in der Nationalmannschaft, Tata zeigte sich von dieser Zeit begeistert, „da ich immer hoch und runter gelaufen, so wie ich es auch jetzt mache“, sagte er in einem Interview mit der Zeitung EL9, „Bälle gewinnen und über das Feld laufen, um Tore zu erzielen.“ Durch seine Schnelligkeit könne er „besser“ Tore machen.

Aber auch Neymar oder Pedro sind für ein Tor gut, zusammen mit dem taktisch und fußballerisch ebenso genialen Andres Iniesta. Bei Barcelona ist Lionel Messi verzichtbar geworden!

Für Argentinien unverzichtbar

Lionel Messi by Fanny Schertzer via Wikimedia

Lionel Messi by Fanny Schertzer via Wikimedia

Ironischerweise ist er für seine Nation inzwischen umso wichtiger. War er bei der Weltmeisterschaft 2006 noch nicht am Zug, vier Jahr später von einem sichtbar überforderten Diego Maradona trainiert, sollte die WM im Nachbarland seiner Heimat zu seinem Turnier werden. Denn wie heißt es so schön, ein großer Fußballer muss auch Weltmeister geworden sein.

Die Ahnenreihe solcher Spieler ist lang: Pelé, Franz Beckenbauer und eben auch Maradona gehören da hinein. Vielmehr noch war Letztgenannter in Messis Alter bei der WM 2014 (27) bereits Weltmeister. Er hat zwar weniger Titel auf Vereinsebene gewonnen, aber eben diesen einen großen Pokal. Vier nach seinem Triumph 1986 stand die „Hand Gottes“ außerdem noch in einem weiteren WM-Finale, das, dass dürfte in Deutschland hinreichend bekannt sein, nicht siegreich endete.

Zwar hat die Albiceleste in der Offensive genug Auswahl, aber der Kapitän ist unverzichtbar. Nach der WM 2010 erfand sich Argentinien ein Stück weit neu. La Pulga wurde 2011 Spielführer und erreichte die WM 2014 mit einer  Bilanz von neun Siegen, fünf Remis und nur zwei Niederlagen.

Nun fehlt Messi bis in den Januar des WM-Jahres hinein. Da macht sich manch ein Kopf in Argentinien Sorgen. Nationaltrainer Alejandro Sabella ahnt es bereits: „Der Stress und der Druck wenden sich gegen ihn. Man muss vor der WM seine Angst kontrollieren.“

Messi selbst verkündete via Facebook: „In den kommenden Wochen werde ich mich voll mit der Genesung meiner Verletzung beschäftigen. Im Moment ist es das Wichtigste ist wieder voll fit zu werden.“

Die Hoffnung einer ganzen Nation hängt am kleinen Floh. Fluch und Segen auf beiden Seiten der Medaille.

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Veröffentlicht am 13/11/2013, in Allgemein, Fußball International, WM 2014. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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