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Archiv für den Monat Januar 2015

Gerrard-Abschied ist nicht richtig

Kommentar

„Ich spiele für Jon-Paul.“ Diese Worte stehen auf der letzten Seite von Steven Gerrards Autobiografie. Jon-Paul ist sein Cousin. Nein, war sein Cousin. Der kleine Jon-Paul war 1989 eines der Opfer von Hillsborough. Stevie G war im gleichen Alter und auch damals schon ein großes Fan der Reds. Später sollte Gerrard der BBC sagen: „Es war schwer zu akzeptieren, dass einer deiner Cousins sein Leben gelassen hat. Die Reaktion seiner Familie hat mich zu dem Spieler werden lassen, der ich heute bin.“

Dieser Spieler wird nun seinen Klub verlassen. Von heute an wird jeder Tag uns dem Ende der Spieler-Ära Steven Gerrard beim FC Liverpool entgegen bringen. Ein Ereignis, das auch ich mir nur schwer vorstellen konnte. Natürlich wusste ich, dass es kommen wird, aber vorstellen, konnte man es sich eben nur schwer.

Schlimmer als der Abschied ist, dass Stevie G noch einmal ein anderes Trikot überstreifen wird. Es ist nicht nur schlimm, nein, es ist fast skandalös. Als treuer Fan der Reds hätte ich vom Klub erwartet, dass er alles, aber auch wirklich alles dafür tut, dass es dazu nicht kommen wird. Niemals kommen wird. Nun sind es nur noch wenige Wochen, bis das Herz und die Seele der vergangenen LFC-Jahre das Schiff verlassen wird.

Keiner wird in seine Fußstapfen treten können. Allein das ist ein Grund, warum der Verein alles hätte tun müssen, damit Gerrard in Liverpool bleibt. Jede Überredungskunst hätte angewandt werden müssen. Am Ende bleibt nut eins: Steven Gerrard gehört zu den Legenden der Reds. Hoffentlich ist nur seine Spieler-Ära im Sommer vorbei, aber nicht die Ära Stevie G beim LFC.

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Ein Idol sagt Adieu – Steven Gerrard verlässt den FC Liverpool

„Es bedeutet alles für mich, für diesen Klub spielen zu dürfen. Ich würde für den Rest meines Lebens hier unterschreiben, wenn es denn Liverpool will.“ So ist es nun nicht gekommen. Die Ära Steven Gerrard beim FC Liverpool wird nach der laufenden Saison ein Ende finden. Stevie G hat sich dazu entschieden, seine große Liebe zu verlassen und eine letzte Herausforderung zu suchen.

Als Fan der Reds ist es der wohl schlimmste Tag der jüngeren Vergangenheit und erst recht der Gegenwart. Keiner wird vom Kop so sehr verehrt wie der amtierende Kapitän. Nicht ein Kenny Dalglish oder ein Jamie Carragher. Nur Gerrard ist der absolute Liebling der Fans.

Nun ist es in Liverpool nicht so, dass der Klub dringend eine Identifikationsfigur braucht – es gibt reichlich, auch andere Ereignisse oder Personen – doch im modernen, roten Liverpool, ist es nun einmal Stevie G, der den Verein wie kein anderer verkörpert. Als kleiner Junge wollte er immer eine Liverpooler Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen – im Jahr 2003 war es dann soweit. Seitdem hat er die Binde nicht mehr abgelegt.

Seit seinem achten Lebensjahr spielt der heute 34-Jährige für die Männer in Rot. Der LFC ist sein Jugendklub, sein Klub, indem er Profi wurde und alles gewann, was man auf Klubebene gewinnen konnte. Fast alles. Den Meistertitel seines Heimatlandes – und somit je eine Meisterschaft – blieb ihm bisher verwehrt. Alle Fans erinnern sich noch an die vergangene Spielzeit, als ausgerechnet Gerrard gegen Chelsea zu tragisch patzte und die Reds aus dem Meisterrennen kickte.

Dafür sind die Erinnerungen an Istanbul 2005 oder auch das FA-Cup-Finale ein Jahr später immer mit ihm verbunden. Als die Mannschaft in der türkischen Metropole zur Pause 0:3 zurücklag, war es Gerrard, der alles dafür tat, dass die Reds noch einmal ins Spiel zurückkommen. Er brachte seine Elf nach der Pause in die Erfolgsspur und schlussendlich zum Titel. 2006 im Pokalfinale – auch das Gerrard-Finale genannt – gelang ihm ein Doppelpack und darunter auch der Ausgleich zum 3:3 in der Nachspielzeit. Am Ende stand der Pokal und bis heute letzte große Titel Liverpools.

In den folgenden Jahren lief es nicht immer gut für die Mannschaft von der Mersey, doch Gerrad schlug immer wieder Angebote aus. Dabei hatten Teams wie Bayern München oder Real Madrid schon die Finger ausgestreckt. Es ging ihm dabei nie ums Geld, sondern einzig und allein um die Identifikation mit seinen Reds.

Diese wird er nun verlassen. Nach einer Saison, in der er oft nur auf der Bank gesessen haben wird oder als Joker ins Spiel kam. Nach einer Saison, zu deren Beginn er bereits seine Länderspielkarriere beendet hat. Sein letztes Spiel wird von Emotionen nur so getragen werden. Sein letztes Spiel im Trikot der Reds kommt zu früh. Auch wenn man seinen Entschluss, spielen zu wollen und dafür seine große Liebe zu verlassen, verstehen kann, so ist es in den Augen der Fans ein großer Schlag, verlieren sie doch das große Klubidol und viel schlimmer: Es wird im Trikot eines anderen Teams auflaufen.