Archiv der Kategorie: Fußball National

Liverpool heiß auf Huntelaar!

Was läuft zwischen Klaas-Jan Huntelaar (30) und dem FC Liverpool?

Der holländische „De Telegraaf“ schreibt, der Schalke-Star stehe ganz oben auf Liverpools Einkaufsliste. Auch Özil-Klub Arsenal London will in das Rennen um den königsblauen Holland-Knipser einsteigen. Top-Klubs jagen Huntelaar, der auf Schalke noch Vertrag bis 2015 hat!

Der Stürmer (59 Bundesliga-Tore) im WM-Quartier der Holländer in Rio de Janeiro: „Wegen der Gerüchte über Liverpool ist es wohl fair, erst mit Schalke darüber zu sprechen.” In Liverpool könnte er Luis Suarez ersetzen, der vom FC Barcelona gejagt wird. Huntelaar weiter: „Die Verhandlungen mit dem Klub laufen schon eine Zeit. In den Ferien will ich, dass mich niemand stört. Nach den Ferien spreche ich weiter mit Schalke. Das ist früh genug.”

Bei ihm habe sich bisher kein Interessent gemeldet. „Ich spreche jetzt mit meinem Manager auch nicht über das Interesse von Klubs. Ich konzentriere mich auf das WM-Turnier.” Huntelaar hat in Brasilien noch eine Menge vor, will mit Holland das Finale erreichen. Nach seinem Sieg-Tor in der Nachspielzeit im Achtelfinal-Spiel gegen Mexiko (2:1) hofft der Angreifer auf mehr Einsatzzeit im Viertelfinale gegen Costa Rica.

Ottmar Hitzfeld: Ein Trainer verabschiedet sich von der großen Bühne

Ein Welt-Trainer verabschiedet sich von der Fußballbühne!

Das Achtelfinal-Aus seiner Schweizer bei der WM in Brasilien gegen Argentinien (0:1) war das letzte Spiel für Ottmar Hitzfeld (65). Nach acht Jahren als Nationaltrainer macht ein Großer der Trainerzunft endgültig Schluss. Hitzfelds Entschluss steht, eine Rückkehr auf die Trainerbank wird es nicht geben: „Der Trainerberuf ist beendet. Ich bin stolz auf meine Laufbahn.“ Und weiter: „In ihr wurde ich auch vom Glück begünstigt. Es war mir eine große Ehre, als halber Schweizer zum Schluss noch einmal für die Schweiz tätig zu sein. Und ich kann mich mit Stolz und voller Emotionen verabschieden.“

Über Dortmund zum FC Bayern

Die Karriere des zweimaligen Welttrainers (1997, 2001) begann in den 1980er Jahren. Nach seiner ersten Station 1983 beim SC Zug führte ihn sein Weg über den FC Aarau zu Grasshopper Zürich, wo er zwei Schweizer Meisterschaften feierte. 1991 wagte Hitzfeld den Sprung nach Deutschland zum Ruhrpott-Riesen Borussia Dortmund. In seiner ersten Saison wurde er gleich Vize-Meister, baute eine starke Mannschaft über die Jahre zusammen. Mit Star-Spielern wie Andreas Möller, Matthias Sammer, Jürgen Kohler und Karl-Heinz Riedle gewann Dortmund zwei Meisterschaften (1995/1996) und holte unter Hitzfeld 1997 im Finale gegen Juventus Turin (3:1) den Champions-League-Titel. 1998 wechselte Ottmar zum FC Bayern und bestimmte ein Jahrzehnt lang den deutschen und auch ein Stück weit den europäischen Fußball (von 1998-2004 und 2007-2008).

Die Erfolge: Sieben Meistertitel, drei Pokal-Siege, ein Champions-League-Titel 2001 sowie Weltpokalsieger. Nach insgesamt sieben Jahren beim FC Bayern wechselte Hitzfeld zum Schweizer Verband. Die Reaktionen auf seinen jetzigen Rücktritt waren in der Schweiz überragend. Die Boulevard-Zeitung „Blick” schrieb „Danke, GOTTmar Hitzfeld”. Der „Tages-Anzeiger” meint: „So gut, gegen einen solchen Gegner, war vielleicht noch nie eine Schweizer Nationalmannschaft.” Gemeint war das 0:1 gegen Argentinien und das bittere Ausscheiden kurz vor einem möglichen Elfmeterschießen. Hitzefeld: „Allein in den letzten drei Minuten habe ich noch mal alles erlebt, was im Trainerleben möglich ist.“

„Wir werden ihn alle vermissen“

Und weiter: „Erst den Schock des 0:1, dann unsere Reaktion, ein Fallrückzieher unseres Torwarts im gegnerischen Strafraum, ein Pfostenschuss. Solche Emotionen erlebt man nur im Fußball. Deshalb lieben wir alle den Fußball.” Auch Hitzfelds Spieler waren im Angesicht des Abschieds gerührt. Gelson Fernandes: „Ich wünsche ihm alles Beste für die Zukunft. Er ist nicht nur ein großer Trainer, sondern auch ein großer Mensch.” Wolfsburgs Ricardo Rodríguez: „Wir werden ihn alle vermissen, er war ein großer Trainer.“

Ausfall von Mats Hummels ist bitter, aber…

Ganz Deutschland oder zumindest ganz Dortmund ist verzweifelt. Mats Hummels ist verletzt, Marcel Schmelzer angeschlagen und Neven Subotic fällt die gesamte Restsaison aus. Alles bitter, ganz klar, aber die Schuld liegt nicht beim Deutschen Fußball-Bund oder Joachim Löw.

Auf der einen Seite kann man sagen, der BVB war etwas zu optimistisch, mit nur drei Innenverteidigern in die Saison zu gehen, aber getreu dem Motto, hinterher ist man immer schlauer, ist dies so oder so nicht mehr zu ändern.

Der DFB und vor allem Bundestrainer Joachim Löw sollte auf der anderen Seite aber auch nicht der schwarze Kater zugeschoben werden, denn er hat sich nun einmal dazu entschlossen, gegen Italien mehr Bayern-Spieler einzusetzen und gegen England mehr Dortmunder. Die Tage zur Bundesliga sind, wie es auch Löw schon sagte, ausreichend, um sich auszuruhen. Hätten sich die Dortmunder gegen Italien verletzt, wären sie jetzt auch nicht fit.

Vor einigen Monaten wurde aus dem Revier noch gemeckert, warum den Löw so wenig Schwarz-Gelbe nominiere, nun waren es zu viel. Was ist denn nun richtig? Verletzungen sind bitter, können aber immer passieren, bei Test-Länderspielen gegen England oder Liechtenstein, aber auch in Test gegen Paderborn oder Traktor Dortmund-Nordwest.

Und Jürgen Klopp weiß genau, was er nun zu tun hat. Am Samstagabend gegen 20.20 Uhr werden sich vielleicht alle fragen, warum man im Vorfeld so lange diskutiert habe…

Vielmehr sollte man darüber nachdenken, den internationalen Kalender etwas anzupassen. So sind doch Reisen für den einen oder anderen Nationalspieler in die USA, Asien oder Afrika anstrengend und vor allem eines – nicht notwendig…

Schalkes Sieg rettet Jens Keller den Job!?

Kommentar

0:1 zur Pause hinten, der Stuhl des Jens Keller und vielleicht auch langsam von Horst Heldt wackelte heftig. So zumindest die breite Meinung der Revierpresse und königsblaue Anhänger.

Ich bin weit von Gelsenkirchen entfernt, auch kein Fan des FC Schalke, aber ich finde es schon sehr interessant, wie sehr unter Druck Keller arbeiten muss. In meinen Augen sollte man ihn machen lassen oder eben einen anderen Mann an der Linie machen lassen.

Gut, der Start war nicht ganz überragend, spektakuläres 3:3 gegen den Hamburger SV, Niederlagen gegen Wolfsburg und Hannover. Aber in den vergangenen Wochen haben sie „nur“ gegen die größeren Namen verloren. Gegen Leverkusen haben sie gar gewonnen und sie halten den Anschluss an die Spitze.

Aber im Ernst, nur Bayern kann mit Bayern mithalten oder eben Teams, die in dieser Kategorie spielen. Spielerisch schaffen es mehrere Mannschaften, aber die Ausdauer, die Kaderbreite und –tiefe haben schlicht und einfach nur Bayern, Barcelona oder Real Madrid.

Es ist noch gar nicht so lange her, da was das große Ziel des FC Schalke, sich finanziell zu stabilisieren. Gut der Weg dahin ist sicher auch schmerzlich und mit Abstrichen versehen, aber es geht nur das Eine oder das Andere. Dortmund hätte vor zehn Jahren fast in der Kreisklasse gespielt, sich dann langsam aufgebaut und auch Tabellenplätze im Mittelfeld hingenommen.

Wie bei vielen anderen Vereine auch, vermisse ich als Außenstehender eine echte Philosophie. Eine Spielidee, ein Trainer, der einfach auch mal das Vertrauen der Führungsetage hat, um seine Ideen zu etablieren.

Kurzum, die Unruhe auf Schalke ist bemerkenswert, so kann man in meinen Augen gar nicht arbeiten. So hart es klingen mag, sie sollten einfach mal in Ruhe malochen, sich nicht um die Anderen kümmern (außer vielleicht Dortmund;-)) und einen roten Faden durch den Verein ziehen. Danach Spieler und Mitarbeiter holen.

Und einen Iker Casillas in königsblau? Klasse Sache, aber nicht mehr heute, sondern lieber eine junge Nummer eins aufbauen und der vertrauen…

Lage der Liga: Hertha überrascht in der Bundesliga nicht nur die Bayern

„Glückwunsch, Jos! Ihr wart absolut und überhaupt die beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben.“ Das sagte Bayerns Trainer Pep Guardiola nach dem 3:2-Sieg des deutschen Rekordmeisters gegen Hertha BSC. Von allen Seiten bekamen die Berliner für ihren Auftritt in München Lob; allen voran Trainer Jos Luhukay. Auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte den Niederländer vor dem Spiel gelobt. „Die Hertha ist bis dato die positive Überraschung der Bundesligasaison, eine Mannschaft, die sehr gut aufgetreten ist. Ich glaube, das liegt vor allem an dem Trainer, den sie haben, der einen sehr guten Job macht, der sehr gut zur Mannschaft passt“, sagte er.

Hertha ist in der Bundesliga schneller angekommen, als vor der Saison anzunehmen war. Luhukay war optimistisch. Man sei nicht schlechter als sieben oder acht andere Mannschaften in der Liga, ließ er wissen. Dass die Berliner aber nach zehn Spieltagen mit 15 Punkten (von 30 möglichen) auf Tabellenplatz fünf stehen, war nicht zu erwarten. Erst drei Niederlagen, dazu hat Hertha nach Bayern, Dortmund und Leverkusen die wenigsten Gegentore kassiert. „Wir haben uns alles hart verdient. Wir stehen defensiv stabil, können unsere Gegner unter Druck setzen. Darauf können wir stolz sein“, sagte Luhukay.

Die Stimmung im Verein ist gut, die Fans zufrieden und Manager Michael Preetz wurde mit einer Vertragsverlängerung bis 2017 belohnt. Bei Hertha läuft´s. Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten die Berliner viele Sympathien verspielt und fanden sich einmal mehr in der Zweiten Liga wieder. Die ständigen Trainerwechsel, das Skandalspiel gegen Düsseldorf und die darauf folgenden Gerichtsverhandlungen – viel schlechter hätte die Außenwirkung des Klubs nicht sein können. Mit der Verpflichtung von Luhukay gelang Manager Preetz der größte Schachzug in seiner Funktionärskarriere. Der Niederländer schaffte es mit seinem Amtsantritt positive Stimmung in Berlin zu verbreiten. Am Ende der Zweitliga-Saison hatte Hertha die Zweitliga-Meisterschaft gewonnen, mit 76 Zählern einen neuen Punkterekord aufgestellt.

Und nun dieser famose Start in die Bundesliga-Saison. Luhukay schafft es, seine Spieler bei Laune zu halten, auch wenn sich einer der etablierten Kräfte mal auf der Ersatzbank wiederfindet. Die Berliner sind topfit, was sich besonders in der Schlussviertelstunde bisher mehr als einmal bemerkbar machte, wenn seine Spieler mehr liefen als der Gegner. In München lief Hertha insgesamt 129 Kilometer, zwölf mehr als die Bayern. Auch die Zweikampf-Bilanz sprach für die Luhukay-Elf (53 Prozent gewonnene Zweikämpfe). Und so soll es weitergehen. Nach der Bayern-Partie sagte Jos Luhukay Richtung Winterpause (noch sieben Spiele): „Es sind fünf Zähler bis zur 20-Punkte-Marke. Wir wollen aber vielleicht noch ein paar mehr.“

Die Berliner Fans sind gespannt, was noch alles möglich ist. Die Erfahrungen der letzten Jahren haben aber einen Großteil gelehrt, nicht zu schnell in Euphorie zu verfallen. Das Vertrauen in Mannschaft und Trainer ist jedenfalls groß. Am Wochenende erwartet Hertha im heimischen Olympiastadion Schalke 04 – den bei den Fans nicht gerade beliebten Tabellennachbarn (Platz sieben). Ein Sieg würde die Euphorie weiter steigern. Und was kommt dann? „Respekt. Gegen die werden noch andere Probleme kriegen“, sagte Bayerns Thomas Müller.

Derby-Alarm in der Bundesliga

Das Mutter aller Derbys in Deutschland steht an. Im Revier schauen die Fans auf Samstag 15.30 Uhr. Dann heißt es wieder Königsblau gegen Schwarz-Gelb, Keller gegen Klopp oder auch Kevin Großkreutz gegen seinen Lieblingsklub…

Dieses Spiel wird alles überstrahlen und das ist auch gut so! Endlich ist ein Spiel auf der Tagesordnung, was irgendwo auch ganz Deutschland fesselt. Ähnliches birgt wohl nur das langsam wachsende deutsche Clasico zwischen Bayern und dem BVB.

Was aber viel wichtiger ist, mit einem Sieg auf Schalke, stürzen ausgerechnet die Erzrivalen Königsblau wieder in eine Krise. Und die sind in Gelsenkirchen hinter jeder Ecke zu finden! Das Spiel gegen die tapferen Löwen war mehr als glücklich, gegen Chelsea waren Boateng und Co. komplett chancenlos.

Auch wenn man immer wieder gern hört, dass es ja gar nicht so deutlich, ja sogar ein Remis drinnen war, dann haben die Schalker leider nicht das gleiche Spiel gesehen. Die Blues waren stärker, sie haben gespielt, wie sie es wollten und Dortmund kommt mit einer Euphoriewelle in die Arena, da schaudert es Jens Keller bereits jetzt!

Wenige Minuten vor Abpfiff das Spitzenspiel in der Champions-League-Gruppe geholt, nun soll der Derby-Sieg her, das hat Nuri Sahin schon nach Ende des Spiels in London gesagt. Schalke wollte eigentlich auch dort stehen, auf der Sonnenseite, auf der Siegerseite. Nun ja, so ganz funktioniert hat es nicht.

Schalke ist ein Scheinriese! Sie wollen ein großer Name sein, doch Jahr um Jahr passiert etwas, dass sie nicht dorthin gelangen, wo sie hin wollen und auch irgendwo gehören. Während sich der Rivale aus Dortmund klamm und heimlich nach oben mauserte, die Bayern in den vergangenen Jahre ärgerte, stach S04 immer mal wieder heraus, aber Ruhe ist ein Fremdwort…

Nun denn, es kommt zum Duell, aber es sind noch mehr Spiele am Wochenende. Mainz gegen Braunschweig zum Beispiel. Nicht besonders brisant auf den ersten Blick, aber auf den zweiten sieht man zwei Taktikfüchse gegeneinander spielen. Während Tuchel als Spieler unter Ralf Rangnick sicher das Eine oder Andere mitnahm, hat Torsten Lieberknecht lange mit Jürgen Klopp gespielt. Tuchel und der Löwenbändiger sind taktisch herausragend.

Auch wenn das Spiel taktisch werden zu sein scheint, wird es für Fans wohl langweilig. Für Trainer ein Augenschmaus, für Fans ein Graus.

Wer sind die Schuldigen bei dem Leverkusener Phantomtor?

Lange musste die Bundesliga nach dem „Treffer“ von Thomas Helmer gegen Nürnberg 1994 auf das zweite Phantomtor warten, doch am 18. Oktober war es wieder soweit. Stefan Kießling „traf“ bei 1899 Hoffenheim zum 0:2. Der Stürmer köpfte den Ball links ans Außennetz, alles geklärt, denken sich die Gastgeber, doch auf einmal jubelt Stefan Reinartz. Er lief zu Kießling, umarmte ihn und jubelte über die ausgebaute Führung.

Der vermeintliche Schütze, wusste augenscheinlich nach seinem „Tor“ bereits, dass er nicht getroffen hatte. Kieß jubelte erst nicht, obwohl der Ball ja im Tor gelegen hatte. Er schien deutlich gesehen zu haben, dass der die Kugel erst über den Umweg von der Außenseite durch ein größeres Loch ins Tor gelangte.

Was ist nun der Skandal dabei? Dass der Schiedsrichter das Tor gab? Schwer zu entscheiden, denn der Ball war im Tor. Auch wenn die Hoffenheimer Auswechselspieler sich kurz danach über das Tor beschwerten und Dr. Felix Brych das Loch sah, kann er ohne TV-Bilder nicht einfach auf Nicht-Tor entscheiden. Er hätte sich ja so nur den Benachteiligten angeschlossen, die, wie zum Beispiel auch bei unberechtigten Strafstößen, stets für ihr Recht streiten. Ohne eine zweite Schiedsrichtermeinung oder eben Bilder keine gerechte Entscheidung möglich.

Dann wären da noch die Leverkusener. Sie wären die einzigen Akteure auf dem Platz gewesen, die die richtige Entscheidung zumindest herbeiführen hätten können. Reinartz, so vermitteln es die Bilder, schien das „Tor“ richtig gesehen zu haben und jubelte schlichtweg, damit die drei Punkte auch wirklich sicher waren. Kießling selbst wurde überrumpelt von Reinartz und bekam vermittelt, ‚Junge, jubele ruhig, dann merken sie es nicht’. So zumindest der Eindruck.

Die entscheidende Szene fand dann aber wenige Minuten am Mittelkreis statt. Der „Torschütze“ und Brych sprachen kurz, wenn es nicht um das gerade erzielte „Tor“ ging, worum dann? Hier hätte Kießling, der wohl eindeutig sah, dass er nicht getroffen hatte, dem Schiedsrichter einen Hinweis geben können. Besser gesagt, hier war seine letzte Chance dazu.

Nun droht der Grüne Tisch und die Frage, was hätten die Bayer-Kicker, den Fair-Play-Gedanken im Hinterkopf, machen sollen? Reinartz’ Jubel war schon falsch, das Schweigen Kießlings ebenfalls. Die Unparteiischen hätten vielleicht genauer das Netz prüfen müssen, wenn denn zum Wiederanpfiff das Loch bereits vorhanden war.

Fair Play bleibt wichtig

Eines bleibt: Fair Play kann Spiele entscheiden, Miroslav Klose kann ein Lied davon singen. Am 30. April 2005, dem 31. Spieltag der Saison 2004/05, gab der Schiedsrichter in der Partie Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld einen Strafstoß. Es stand 0:0 und Klose wurde in den Augen von Herbert Fandel regelwidrig vom Strafraum vom Ball getrennt. Die logische Konsequenz: Elfmeter und Gelbe Karte für den Arminen-Keeper Matthias Hein. Der Nationalstürmer jedoch gab beim Unparteiischen an, dass alles regelkonform gewesen sei und das Spiel lief ohne Verwarnung und Elfer weiter.

Auch in der vergangenen Saison glänzte Klose durch sein Fair-Play-Verhalten. Er nahm bei einem Treffer am fünften Spieltag gegen den SSC Neapel die Hand zur Hilfe. Die Neapolitaner protestierte, Klose gab zu, die Hand genommen zu haben und das Tor zählte nicht.

Beide Spiele verlor Klose und sein jeweiliges Team mit 0:3, er selbst bekam für beide Szenen unter anderem die DFB-Medaille Fair ist mehr.

Diese Medaille hätte auch Stefan Reinartz und/oder Stefan Kießling zustehen können. Doch sie blieben stumm und ließen das Spiel zu ihren Gunsten weiterlaufen.

Achja, auch mit einer Torlinientechnik, hätte man auf Fair Play setzen müssen, denn der Ball war ja im Tor. So hätte bei vorhandener Technik die Frage geheißen: Hat die Technik in diesen Sekunden versagt und es war ein Treffer oder eben doch nicht? Auch hier hätten nur die Spieler selbst Klarheit schaffen können…

Paul Breitner: „Ich hatte die Schnauze voll vom Fußball“

Welch große Fußballschlachten hat das Bruno-Plache-Stadion in Leipzig-Probstheida schon gesehen! Hier kamen die Stars des FC Barcelona oder des AC Mailand zum Zug, in der heutigen Zeit sind es die Kicker von Wacker Nordhausen oder Viktoria 1889 Berlin. Am Freitag gab es nun weltmeisterliche Ehren zu begutachten. Paul Breitner gestaltete eine Trainingseinheit des 1. FC Lokomotive Leipzig mit.

„Es erinnert mich ein wenig an meine Zeit in Braunschweig“, spielte Breitner beim Betreten auf das renovierungsbedürftige Stadion an, „ich habe aber auch keine Säbener Straße erwartet.“ Schnell lief auch er mit auf den Rasen, balancierte den Ball wie in früheren Jahren und war auch für den einen oder anderen Doppelpass mit den Lok-Spielern gut.

Der blau-gelbe Coach Eric Eiselt war immer wieder in Fachgesprächen mit dem 74’er Weltmeister vertieft, doch Breitner erklärte auch, warum er selbst nie Trainer werden wollte. „Ich wollte mein Schicksal nicht in die Hände von elf, 15 oder 20 Spielern geben, ob sie es denn nun wollten oder nicht. Ich wollte selbst über mein Leben bestimmen“, führte Breitner seine Beweggründe gegen eine Trainerkarriere aus: „Nach 13 Jahren hatte ich die Schnauze voll vom Fußball. Ich war müde. Ein reibungsloser Übergang ins Trainergeschäft wäre da nicht möglich gewesen.“

Auf dem Platz hätte er seine Mitspieler anfeuern und mitreißen können, als Trainer ginge dies nicht: „Da sitzt du auf der Bank und hoffst, dass alles gut läuft.“ Und verpasst habe die Liga so oder so nichts: „Es wären ein paar lustige Sprüche mehr gewesen, aber die Bundesliga wäre durch einen Trainer Breitner auch nicht besser geworden.“

Die Bundesliga ist nicht besser geworden, dafür aber hunderte Jugendliche. Ganz im Geheimen, ohne dass es jemand wusste, coachte Deutschlands Fußballer des Jahres 1981 die Jugend seines Dorfklubs. „Ich wollte nicht wie viele meinen etwas zurückgeben, sondern einfach etwas weitergeben. Die Erfahrungen und die Grundwerte, wie Respekt wollte ich weitergeben“, erklärte Breitner.

Fast hätte es für ihn ja auch nach ganz oben gereicht. Immerhin „17 Stunden Bundestrainer“ stünden nach der Weltmeisterschaft 1998 in seiner Vita. In den Gesprächen mit dem damaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun habe aber auch festgestanden, dass Breitner nur „eine Übergangslösung“ sein sollte: „Ich hätte den Karren aus dem Dreck gezogen, wäre sozusagen als Bundestrainer der Konkursverwalter des deutschen Fußballs gewesen.“

Lothar Matthäus in Bestform

Ein Lothar Matthäus lässt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal

Manchester City kann Europa und Dortmund nicht mehr!? – Obacht vor Real und Barca

Der erste Spieltag der Champions League ist geschafft. Das Warten des Sommers fand am Dienstag- und Mittwochabend endlich ein Ende und was bleibt? Zwei deutsche Mannschaften sind gut gestartet, zwei erlebten einen bitteren Auftakt, mit den spanischen Mannschaften muss man rechnen und der FC Basel schockt Jose Mourinho.

Wenn der Champions-League-Finalist des Vorjahres durch die Stadien Europas reist, dann herrscht ein gewisser Respekt, eine Ehrfurcht. So auch in Neapel, wenn doch der Glanz alter Tage noch immer an jeder Ecke zu sehen und zu spüren ist. Diego Maradona ist noch immer überall. Und die stärkste Napoli-Elf seit dem argentinischen Wunderkind ärgerte Borussia Dortmund.

Alles gegen Dortmund

„Hat man Scheiße am Fuß, hat man Scheiße am Fuß“, dieses Sprichwort gehört eigentlich nicht in einen Text, aber es trifft den Abend in Neapel auf den Punkt. Neven Subotic wurde draußen behandelt, kam wieder rein, die Zuordnung stimmte nicht und prompt folgte das Tor. Jürgen Klopp, gewohnt emotional, hatte seinen Schuldigen schnell gefunden und fraß den Vierten Offiziellen fast bei lebendigem Laib. So verdiente er sich seinen Tribünenplatz. Kurz vor der Halbzeitpause flog auch noch Roman Weidenfeller wegen eines Handspiels außerhalb des Strafraums vom Platz.

Schlimmer geht’s nimmer? Fast, Neapel machte anschließend ein Tor, Dortmund schaffte noch in gewohnter kämpferischer Manier zum Ende den Anschluss. „Bis zur Halbzeit war es eine Fünf. Da war alles gegen uns“, sagte ein sichtlich geschockter Nuri Sahin im Nachgang des Spiels bei Sky. Übeltäter Klopp im ZDF: „Ich habe mich wie ein Affe aufgeführt. Es ist allein meine Schuld, ich bin zu weit gegangen.“ Nun dürfen sie sich bei Nürnberg den Frust von der Seele ballern. Da passt es, dass Klopp als BVB-Coach im Frankland noch nie verloren hat…

Leverkusen mit Lehrstunde im Old Trafford

Ein anderer Kandidat für Krisen dagegen gab sich keine Blöße. Sicher und standesgemäß spielten die Schalker Steaua Bukarest an die Wand, siegten 3:0, die Königsblaue Fanseele ist frohen Mutes für die kommenden Wochen mit Bundesliga, DFB-Pokal und wieder Champions League. Ebenso der FC Bayern, der locker flockig und eines Triple-Siegers würdig ZSKA Moskau 3:0 zurück in die russische Hauptstadt schickte.

Eine Lehrstunde bekam auch Sami Hyypiä im „Theater der Träume“ verpasst. 4:2 siegte Manchester United gegen den ehemaligen Liverpooler und heutigen Bayer-Coach. „Die Überzeugung beim letzten Zug, beim Abschluss ist sehr wichtig, ohne kannst du kein Tor machen. Das hat uns ein bisschen gefehlt heute. Wir haben dadurch letztlich verdient verloren“, so der 39-jährige Finne auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Real Madrid-Fans

Real Madrid-Fans

Basel überrascht – Messi teilt aus

Dass sich in England aber auch Fußballwunder immer wieder blicken lassen sah Jose Mourinho an der Stamford Bridge. Chelsea wolle vor allem die Gruppenphase überstehen, meinte „The Special One“ vor Beginn der Vorrunde. Die Furcht des Portugiesen kam mit Schweizer Schritten nach London. Basel ackerte und kämpfte sich zweimal vor das Tor. Genau das reichte zum 2:1-Auswärtssieg und zum „Shocked Happy One“.

Was bleibt noch vom Abend? Man muss mit den spanischen Teams rechnen! Real Madrid ziegte Galatasaray wo der Nagel hängt. 6:1 in Istanbul, wo sie vor wenigen Monaten noch 3:2 verloren, Atletico Madrid 3:1 gegen Hulk und Zenit St. Petersburg und der FC Messilona ist zurück in Europas Eliteklasse. Ein Dreierpack des Argentiniers und am Ende 4:0 gegen Ajax Amsterdam.

Auf einen tollen und vor allem spannenden zweiten Spieltag in der Champions League in knapp zwei Wochen!