Advertisements

Lahm, Mertesacker, Klose: Emotionaler Abschied bei der Nationalmannschaft

Tränenreicher Abschied in Düsseldorf.

Vor dem Test-Länderspiel zwischen Deutschland und Argentinien wurden mit Philipp Lahm (30), Per Mertesacker (29) und Miroslav Klose (36) gleich drei Weltmeister verabschiedet. Das Trio hatte nach dem Titelgewinn seine Länderspiel-Karriere beendet. Auch Hansi Flick (49), der langjährige Assistent von Bundestrainer Joachim Löw (54) und neue DFB-Sportdirektor, wurde von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Generalsekretär Helmut Sandrock verabschiedet.

51.132 Zuschauer bejubeln die Zurückgetretenen. Als Abschiedsgeschenk gibt es einen Blumenstrauß, eine Urkunde und das aktuelle Trikot mit den vier Sternen.  Miroslav Klose muss mit den Tränen kämpfen. Und auch auf die anderen Stars macht die ganze Szenerie Eindruck.

Mit dem Trio geht ein großes Stück Länderspiel-Geschichte. Sie alle haben mehr als 100 Länderspiele absolviert: Klose (137) liegt auf Platz zwei der ewigen Bestenliste, Lahm (112) auf Rang vier und Mertesacker (104) auf Platz acht.

Bundestrainer Jogi Löw: „Ich hätte als Trainer gerne mit ihnen weitergearbeitet, aber diese Entscheidungen muss ich akzeptieren und respektieren. Ihr habt uns alle mit Eurem Auftreten, Eurer Menschlichkeit, Eurer Persönlichkeit und großartigen sportlichen Leistungen viel gegeben und viel Freude gemacht.”

 

Advertisements

Manchester United will Khedira

Findet Sami Khedira sein neues Glück in England?

Laut „Manchester Evening News“ soll Manchester United großes Interesse am deutschen Nationalspieler haben. Khedira soll der Wunschspieler von Louis van Gaal (63) sein, der seit Sommer United trainiert.

Der englische Rekordmeister war schon einmal an Sami Khedira interessiert. Im Winter 2013 wollte ManUnited 40 Millionen an Real Madrid überweisen. Damals lehnten die Spanier das Angebot allerdings ab.

Nun scheint Real aber bereit, Khedira abzugeben. Weder im europäischen Supercup gegen den FC Sevilla (2:0), noch im spanischen Supercup-Hinspiel gegen Stadtrivale Atlético (1:1) stand unser Weltmeister zuletzt im Kader. Die spanische Sportzeitung „Marca“ spricht inzwischen sogar von einem „Kalten Krieg mit Khedira“.

Problem: Khedira will (vorerst) wohl bleiben – und offenbar erst nach Vertragsende 2015 ablösefrei wechseln. Reals Botschaft gipfelt dagegen in einem Ultimatum: Wechselt Khedira nicht bis zum 31. August, spielt er bei Real keine Minute mehr.

Trainer Calo Ancelotti: „Wir werden sehen was passiert, aber bisher gab es noch keine Transferanfrage.“  Das kann sich jetzt schnell ändern, wenn Manchester United ernst macht!

Schalke „ohne Leidenschaft“ – Dresden bleibt auf dem Boden

Aus Dresden Fabian Biastoch

Eigentlich sollte für Schalke 04 der DFB-Pokal eine Chance auf einen Titel sein. Immerhin sind es über ein gutes Jahr verteilt nur eine Handvoll Spiele, die man gewinnen muss. Dazu kommen meist noch ein paar unterklassige Teams, die man als Champions-League-Teilnehmer locker wegputzen sollte. Sollte. Das ist das Stichwort. Am Montagabend wurden die Königsblauen von Dynamo Dresden gehörig vernascht.

Der Bundesligist ließ sich vom Drittligisten nicht nur die Butter vom Brot nehmen, die Dresdner nahmen auch gleich noch das Brot mit. Sie waren von der ersten Minute an im Spiel, haben durch mannschaftliche Geschlossenheit den Favoriten zu Fall gebracht. Ihnen sei klar gewesen, erklärt SGD-Coach Stefan Böger nach dem 2:1-Sieg, „dass wir Schalke nicht mit spielerischen Mitteln schlagen können. Hätten wir das versucht, wären wir nach einer Halbzeit oder 60 Minuten platt gewesen.“

Die Hausherren haben einen anderen Weg gewählt. „Wir haben gegen eine Bundesligamannschaft extrem guten Fußball gespielt“, lobt Keeper Benjamin Kirsten nach Abpfiff sein Team. „Es ist aller Ehren wert, was wir heute geschafft haben. Es war eine außerordentliche Mannschaftsleistung.“ Seit Böger im Amt ist, gibt es wieder ein richtiges Team im schwarz-gelben Dynamo-Trikot. Jeder ackere für den anderen, sagt auch der Sohn vom „Schwatten“ Ulf Kirsten.

Und Kirsten junior geht gar noch ein Stück weiter mit seinem Lob: „In der ersten halben Stunde gab es Phasen, da hätte man denken können, Schalke und Dynamo hätten die Trikots gerauscht.“ So weit war es dann doch nicht, hätte Königsblau dann immerhin in Schwarz-Gelb spielen müssen…

Auch wenn der Gegner die Farben des Pottrivalen aus Dortmund trug, so richtig bissig waren die Gäste aus dem Westen der Bundesrepublik nicht. „Ohne Leidenschaft“ und „ohne Balltempo“ habe seine Mannschaft gespielt, moniert Schalke-Trainer Jens Keller. „Wir haben Dresden nicht vor Probleme gestellt.“ Der Pokalsieger von 2011 sei die Wege „nicht aggressiv genug mitgegangen“ und „Dresden hat verdient gewonnen“, so des Fußballlehrers Fazit nach 90 Minuten.

Für die Nummer 4 der Gastgeber war die Begegnung mit den Schalkern – ob sie nun siegreich geendet hätte oder nicht – eh etwas Besonderes. Dennis Erdmann kam im Sommer aus Gelsenkirchen an die Elbe, stand auch schon im Bundesligakader von Keller. Er wollte seinem Ex-Klub zeigen, dass es falsch war, ihn gehen zu lassen. „Ich habe immer gesagt, wir können es packen und die Sensation schaffen“, strahlt der Verteidiger über beide Ohren: „Für mich zählt nur Dynamo, ich bin Dynamo-Fan.“

„Fußball Brasil“: Fußball in Brasilien verstehen lernen

Die WM in Brasilien ist schon wieder Geschichte. Vier Wochen Tore und Spannung satt. Eine ausgelassene Stimmung, die vorher so niemand für möglich gehalten hat. Und am Ende mit einem sensationellen Ausgang für das deutsche Team: Weltmeister! Endlich der vierte Stern!

Was bleibt noch in Erinnerung von der WM 2014?

Vor allem die beeindruckenden Bilder aus dem ganzen Land. Brasilien bewies: Nirgendwo sonst hat dieser Fußball eine solche Macht und Magie wie im größten Land Südamerikas. Das Leiden und Mitleid mit der brasilianischen Mannschaft – das vergisst man nicht.

Wer noch einmal verstehen will, was Fußball dem Land bedeutet, sollte sich den wunderschönen Bildband „Fußball Brasil“ des argentinischen Fotografen Christopher Pillitz zur Hand nehmen. Pillitz braucht dabei nicht viel Text, um das Schöne, Einzigartige und das Mysteriöse des Sports zu erklären. Er lässt Bilder sprechen: einfache Holztore am Wasser, die Christus-Statue an der Copacabana mit einer brasilianischen Flagge in der Hand, ein Fußballplatz auf dem Dach eines Hochhauses oder auf einer Bohrinsel. Und klar: Überall kickende Leute, junge und alte – und fußballbegeisterte Mönche.

Sieht man diese Bilder, bekommt man selbst Lust zu spielen. Sie strahlen eine Magie aus. Christopher Pillitz begrenzt sich dabei allerdings nicht nur auf das Schönes des Spiels, sondern er zeigt auch Fotos von Hinterhöfen und Schrottplätzen, wo Fußball gespielt wird. Der Fußball wird dort als Möglichkeit gesehen, dem tristen Alltag zu entfliehen.

„Fußball Brasil“ ist ein buntes und interessantes Buch. Wertvoll nicht nur für fußballbegeisterte Leser.

Christopher Pillitz "Fußball BRASIL", Gebundenes Buch, Pappband, 192 Seiten, 24,0 x 28,0 cm, 175 farbige Abbildungen ISBN: 978-3-7913-4895-7 € 29,95 [D] | € 30,80 [A] | CHF 40,90 *

Christopher Pillitz „Fußball BRASIL“, Gebundenes Buch, Pappband, 192 Seiten, 24,0 x 28,0 cm, 175 farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-7913-4895-7
€ 29,95 [D] | € 30,80 [A] | CHF 40,90 *

 

Ralf Rangnick über RB Leipzig: „Kaufen ja nicht wie die Bayern bei der Konkurrenz“

Leipzig. 16 lange Jahre wird es gedauert haben, wenn Christian Dingert am Samstag das Zweitligaduell RB Leipzig gegen den VfR Aalen anpfeifen wird. Damals spielte noch der VfB Leipzig, immerhin erster deutscher Fußballmeister, im Unterhaus – heute kickt der Nachfolgeverein Lok Leipzig in der fünftklassigen Oberliga. Aber Red Bull hat den Erfolg nach zurückgebracht und mit stolzgeschwellter Brust werden die Roten Bullen zu ihrem ersten Spiel in der 2. Bundesliga antreten.

„Die Entwicklung“, erzählt Trainer Alexander Zorniger, „zeigt doch, dass hier etwas Gutes passiert. Wir sind stolz.“ Und auch Kapitän Daniel Frahn mahnt die ständigen Nörgler deutlich an: „Vielleicht sollten sie lieber mal das Positive sehen, als ständig mit der Keule draufzuschlagen.“ Er sei ebenso „stolz hier zu spielen“ und auf das Erreichte.

Auch in der Vorbereitung auf die neue Saison gab es wieder Testspielabsagen. Wieder hatten sich Fans für einen Boykott stark gemacht. „Enttäuscht“ darüber sei der Coach gewesen, wie er dem Portal transfermarkt.de verrät. Auch die möglichen Boykotte in der Liga hält er für völlig daneben. Auch bei Auftaktgegner Aalen. „Sie werden seit Jahren von Mäzenen finanziert. Wenn die sich zurückziehen, ist der Profifußball in Aalen tot. Das ist nichts anderes“, ruft er in Erinnerung.

Red Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick/©GEPA Pictures

Red Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick/©GEPA Pictures

Auch wenn RB immer wieder kritisch gesehen wird, das Geld regiert den Fußball in den heutigen Tagen nun einmal. Das ist auch bei den großen Bundesligisten so, die in diesen Tagen in den USA oder anderen Ländern auf Werbetour sind. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick vergisst auch nie zu betonen, dass man als Drittligist „keinen Spieler von einem anderen Drittligisten“ geholt habe und nun auch nicht von einem anderen Zweitligisten. „Wenn wir es so machen würden“, holt der frühere Bundesligatrainer aus, „wie es immer so geschrieben wird, dann müssten wir es doch machen wie Bayern München und bei der Konkurrenz einkaufen.“

Recht hat Rangnick. Ohne Frage investieren die Klubs von Red Bull nicht in die großen Stars, sondern in Talente, die noch weitergefördert werden können. Allein die Startelf des FC Liefering am Freitag in der zweiten österreichischen Liga hatte einen Altersschnitt von kaum 20 Jahren. Dennoch kam gerade bei den letzten RB-Neuzugängen Massimo Bruno und Marcel Sabitzer etwas Unmut in Deutschland auf. Immerhin wurden beide von den Leipzigern offiziell gekauft, aber sofort an die „Filiale“ nach Salzburg weiter verliehen – um bestimmte Vertragsklauseln in den Verträgen zu umgehen oder die Spieler „zwischen zu parken“.

Diesen Vorteil nutzt Red Bull gekonnt aus. Aber wer würde es nicht, wenn man die Möglichkeit dazu hätte? Und ein Novum im Fußball ist es erst recht nicht. Alexander Merkel kann ein Lied davon singen. War es doch der Deutsche, der, eigentlich bei Udinese Calcio unter Vertrag, schnell einmal zum FC Watford ausgeliehen wurde. Möglich macht es die Pozzo-Familie. Udinese, Watford und Granada nennt sie ihr eigen und nutzt diesen Vorteil selbstverständlich zum regen Spieleraustausch. Auch ein David Villa wird vom New York City FC nicht an irgendeinen Klub, sondern an den Schwester-Klub Melbourne City FC verliehen, um sich bis Saisonbeginn in der MLS fit zu halten. Möglich wird es durch die gemeinsame Holding City Football Group, die auch die Mehrheit an Manchester City hält. Red Bull hat diese Geschäftsidee lediglich in Deutschland eingeführt. Und profitiert davon.

RB Leipzig: Genießen ja, ausruhen nein

Leipzig. Am Samstag wird es ernst für RB Leipzig. Um 13.30 Uhr ertönt dann der heißersehnte Anpfiff zum ersten Zweitligaspiel in Leipzig seit einer gefühlten Ewigkeit. Die Roten Bullen sind topmotiviert, wie Trainer Alexander Zorniger und Kapitän Daniel Frahn vor der Partie deutlich machten. Da ist es auch egal, dass die Nummer eins Fabio Coltorti fehlen wird.

Für ihn beginnt gegen den VfR Aalen Benjamin Bellot. Für den 24-Jährigen hatte der Kapitän gar einen Riesenvergleich parat: „Er hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Manuel Neuer.“ Damit meinte der Skipper die Mitspielfertigkeiten der Nummer zwei. Immerhin hat er seinen Job als Vertreter bereits in der vergangenen Saison gut gemacht, hat sich in elf Partien nur vier Eier eingefangen und blieb in sieben Spiel gar ganz ohne Gegentreffer.

Für die eigenen Tore soll gegen Aalen Daniel Frahn sorgen. Der Stürmer ist durch die Verletzung von Terence Boyd erst einmal gesetzt. „Die Verletzungen sind ärgerlich“, erklärte er, „aber kein Vor- oder Nachteil gegenüber Aalen (die zwölf neue Spieler im Kader haben). Unsere individuelle Qualität ist aber noch einmal gestiegen.“

RB Leipzig-Trainer Alexander Zorniger /© GEPA Pictures

RB Leipzig-Trainer Alexander Zorniger/©GEPA Pictures

Von einem Nachteil wollte auch Coach Alex Zorniger nichts wissen. Selbst wenn er auf fast die gesamte Aufstiegself aus der Vorsaison vertrauen muss, habe er keine Bauchschmerzen. Der Schwabe strotzt nur so vor Selbstvertrauen und wirkt wie der Optimismus in Person. „Ich weiß schon, wie gut ich bin“, sagte er auf seine eigene Aufgeregtheit vor Saisonstart angesprochen, „und ich weiß, wie gut das Umfeld ist. Selbstvertrauen ist das kleinste Problem.“

Mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen werden aber auch die Gäste aus Aalen anreisen. Immerhin beginnt für sie der Kampf um den Klassenerhalt am Samstag. „Wir müssen hellwach sein und die Schwächen von RB nutzen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir dort punkten können“, blickte einer der zwölf Neuzugänge Phil Ofosu-Ayeh auf das Spiel in Leipzig voraus.

Das es für die Leipziger in der gesamten Saison eher nicht gegen den Klassenerhalt sondern schon lieber um den Aufstieg gehen sollte ist klar. Dennoch betonte Red Bulls Sportdirektor Ralf Rangnick, dass es keinen Druck von oben gebe. „Wir haben die letzten Aufstiege zwar im schnellstmöglichen Tempo geschafft und sind auch wieder optimistisch, aber man muss die Liga auch genießen dürfen“, betonte der frühere Hoffenheimer Aufstiegstrainer mit Blick auf den jungen Kader: „Aber ausruhen dürfen wir uns nicht.“ Wie wach die unerfahrene Zweitligaelf ist, kann sie am Samstag das erste Mal zeigen. Auch ohne Europameister Joshua Kimmich. „Und auch Marcel Sabitzer und Bruno werden nicht im Kader sein“, spielte Coach Zorniger schmunzelnd auf die Gerüchte um eine Rückholaktion der Leihgaben an.

„Gauchogate“? – Auf dem Boden bleiben!

KOMMENTAR

Ich kann es nicht glauben. Da wird die DFB-Elf zum vierten Mal in der Geschichte Weltmeister, holt zum ersten Mal als wiedervereinigtes Deutschland die größte Fußballkrone der Welt und was passiert? Man meckert mal wieder über einen angeblich verhöhnenden und den Gegner diffamierenden Tanz der WM-Helden auf der Fanmeile in Berlin.

Nun sollte es aber ganz deutlich heißen: Auf dem Boden bleiben! Der Gaucho-Tanz war einfach ein kleiner Witz. Nicht mehr. Genauso wie Thomas Müller noch in Rio de Janeiro eine kolumbianische TV-Reporterin veräppelte. Es war ein kleiner Schabernack, keine Bosheit. Die gesamte WM über haben wir – wie es auch stets sein sollte – den Gegner mit dem allergrößten Respekt behandelt.

Oder darf man als aus Deutschland kommender Sieger gar nicht mehr jubeln? Ist es auch rassistisch zu singen, dass „wir die Nummer 1 der Welt“ seien? Im Grunde macht man damit jede andere Nation, jedes andere Volk schlecht, oder?

Es liegt aber nun einmal in der Natur der Deutschen zu meckern. Und bei jeder WM kommt eine solche Diskussion auf. Da wird die Freude über eine erfolgreiche deutsche Nationalmannschaft plötzlich in die Nazi-Ecke gerückt. Ernsthaft, geht es noch?

Natürlich, die Bilder, die im Netz kursieren (Deutschlandfahnen mit Hakenkreuzen und eindeutig rassistischen Kommentaren) sind unterste Schublade und widerwärtig. Aber sich darüber zu beschweren, dass Deutschlandfahnen oder Wimpel im ganzen Land zu sehen sind? Dass eine Nation – ein „Wir – stolz auf eine Mannschaft oder eine Leistung ist? Ist mal wieder typisch Deutsch. Leider.

So macht es keinen Spaß Fußballfan zu sein. Es muss doch möglich sein, sich normal, bodenständig freuen zu dürfen. Ohne gleich in die Nazi-Ecke gerückt zu werden. Jede Art von Rassismus oder sonst menschenverachtende Gedanken gehören raus aus dem Stadion, aber freudiger, lebendiger Jubel – auch mit einem kleinen Augenzwinkern – ist nicht falsch.

Fabian Biastoch

Liverpool heiß auf Huntelaar!

Was läuft zwischen Klaas-Jan Huntelaar (30) und dem FC Liverpool?

Der holländische „De Telegraaf“ schreibt, der Schalke-Star stehe ganz oben auf Liverpools Einkaufsliste. Auch Özil-Klub Arsenal London will in das Rennen um den königsblauen Holland-Knipser einsteigen. Top-Klubs jagen Huntelaar, der auf Schalke noch Vertrag bis 2015 hat!

Der Stürmer (59 Bundesliga-Tore) im WM-Quartier der Holländer in Rio de Janeiro: „Wegen der Gerüchte über Liverpool ist es wohl fair, erst mit Schalke darüber zu sprechen.” In Liverpool könnte er Luis Suarez ersetzen, der vom FC Barcelona gejagt wird. Huntelaar weiter: „Die Verhandlungen mit dem Klub laufen schon eine Zeit. In den Ferien will ich, dass mich niemand stört. Nach den Ferien spreche ich weiter mit Schalke. Das ist früh genug.”

Bei ihm habe sich bisher kein Interessent gemeldet. „Ich spreche jetzt mit meinem Manager auch nicht über das Interesse von Klubs. Ich konzentriere mich auf das WM-Turnier.” Huntelaar hat in Brasilien noch eine Menge vor, will mit Holland das Finale erreichen. Nach seinem Sieg-Tor in der Nachspielzeit im Achtelfinal-Spiel gegen Mexiko (2:1) hofft der Angreifer auf mehr Einsatzzeit im Viertelfinale gegen Costa Rica.

Unbedingt kaufen? Beißer Suarez jetzt als Flaschenöffner

Beißer Luis Suarez (27) als Flaschenöffner. Gibt´s nicht? Gibt´s doch!

Mit dieser Idee will laut englischen Medienberichten ein Unternehmen den Markt erobern. Bei „eBay“ wird der Flaschenöffner für 8,16 Euro (6,50 Pfund) angeboten. Über Twitter wurde der fertige Suarez-Flaschenöffner schon gepostet.

Hier geht´s zum Tweet!

Der Stürmer-Star aus Uruguay macht dabei ein bissig-böses Gesicht, trägt das Nationaltrikot. Hintergrund des Kult-Öffners: Suarez attackierte Italiens Chiellini im WM-Gruppenspiel in der 79. Minute mit einem Biss in die Schulter. Mexiko-Schiri Rodriguez sah die hässliche Aktion nicht, ließ weiterspielen. Auch als ihm Chiellini die Bisswunde zeigte, reagierte der Unparteiische nicht. Inzwischen hat die Fifa dem Uruguay-Beißer den Zahn gezogen. Die Disziplinar-Kommission des Weltverbands sperrte Luis Suarez für neun Länderspiele beziehungsweise vier Monate.

Den FC Barcelona schreckt das alles trotzdem nicht ab. Laut spanischen Medienberichten bietet Barca dem FC Liverpool 30 Mio Euro Ablöse plus Chile-Stürmer Sanchez.

Ottmar Hitzfeld: Ein Trainer verabschiedet sich von der großen Bühne

Ein Welt-Trainer verabschiedet sich von der Fußballbühne!

Das Achtelfinal-Aus seiner Schweizer bei der WM in Brasilien gegen Argentinien (0:1) war das letzte Spiel für Ottmar Hitzfeld (65). Nach acht Jahren als Nationaltrainer macht ein Großer der Trainerzunft endgültig Schluss. Hitzfelds Entschluss steht, eine Rückkehr auf die Trainerbank wird es nicht geben: „Der Trainerberuf ist beendet. Ich bin stolz auf meine Laufbahn.“ Und weiter: „In ihr wurde ich auch vom Glück begünstigt. Es war mir eine große Ehre, als halber Schweizer zum Schluss noch einmal für die Schweiz tätig zu sein. Und ich kann mich mit Stolz und voller Emotionen verabschieden.“

Über Dortmund zum FC Bayern

Die Karriere des zweimaligen Welttrainers (1997, 2001) begann in den 1980er Jahren. Nach seiner ersten Station 1983 beim SC Zug führte ihn sein Weg über den FC Aarau zu Grasshopper Zürich, wo er zwei Schweizer Meisterschaften feierte. 1991 wagte Hitzfeld den Sprung nach Deutschland zum Ruhrpott-Riesen Borussia Dortmund. In seiner ersten Saison wurde er gleich Vize-Meister, baute eine starke Mannschaft über die Jahre zusammen. Mit Star-Spielern wie Andreas Möller, Matthias Sammer, Jürgen Kohler und Karl-Heinz Riedle gewann Dortmund zwei Meisterschaften (1995/1996) und holte unter Hitzfeld 1997 im Finale gegen Juventus Turin (3:1) den Champions-League-Titel. 1998 wechselte Ottmar zum FC Bayern und bestimmte ein Jahrzehnt lang den deutschen und auch ein Stück weit den europäischen Fußball (von 1998-2004 und 2007-2008).

Die Erfolge: Sieben Meistertitel, drei Pokal-Siege, ein Champions-League-Titel 2001 sowie Weltpokalsieger. Nach insgesamt sieben Jahren beim FC Bayern wechselte Hitzfeld zum Schweizer Verband. Die Reaktionen auf seinen jetzigen Rücktritt waren in der Schweiz überragend. Die Boulevard-Zeitung „Blick” schrieb „Danke, GOTTmar Hitzfeld”. Der „Tages-Anzeiger” meint: „So gut, gegen einen solchen Gegner, war vielleicht noch nie eine Schweizer Nationalmannschaft.” Gemeint war das 0:1 gegen Argentinien und das bittere Ausscheiden kurz vor einem möglichen Elfmeterschießen. Hitzefeld: „Allein in den letzten drei Minuten habe ich noch mal alles erlebt, was im Trainerleben möglich ist.“

„Wir werden ihn alle vermissen“

Und weiter: „Erst den Schock des 0:1, dann unsere Reaktion, ein Fallrückzieher unseres Torwarts im gegnerischen Strafraum, ein Pfostenschuss. Solche Emotionen erlebt man nur im Fußball. Deshalb lieben wir alle den Fußball.” Auch Hitzfelds Spieler waren im Angesicht des Abschieds gerührt. Gelson Fernandes: „Ich wünsche ihm alles Beste für die Zukunft. Er ist nicht nur ein großer Trainer, sondern auch ein großer Mensch.” Wolfsburgs Ricardo Rodríguez: „Wir werden ihn alle vermissen, er war ein großer Trainer.“