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Argentiniens Legende Maradona zittert: „Deutschland macht mir Angst“

Großes Lob von einem ganz Großen des Weltfußballs!

Argentiniens Ikone Diego Maradona (53) ist nach dem 4:0 unserer Nationalmannschaft über Portugal schwer beeindruckt. Das deutsche Team habe die Elf um Cristiano Ronaldo (29) regelrecht plattgemacht, sagte er im venezolanischen TV-Sender „Telesur”.

Maradona: „Deutschland hat die Perfektion gestreift.” Imponierend sei auch die physische Überlegenheit gewesen. „Deutschland macht angesichts der körperlichen Stärke Angst.” Portugal habe dagegen „sehr klein ausgesehen”. Und die Lobhudelei des Argentiniers geht noch weiter. „Ohne jeglichen Riss”, habe das Team von Joachim Löw gespielt. „Auch beim Laufen sind sie sehr, sehr intelligent.”

Beeindruckt zeigte sich Maradona vor allem vom WM-Torschützenkönig 2010, Thomas Müller, der Portugal mit seinen drei Toren fast im Alleingang besiegte.

Lionel Messi – der wohl beste Fußballer unserer Zeit

Er ist vierfacher Weltfußballer, einmal Europas Fußballer des Jahres, Spanischer Meister, Champions-League-Sieger. Und, und, und. Diese Liste der Erfolge könnte man noch einige Zeilen fortführen. Es geht um Lionel Messi. Superstar des FC Barcelona und Hoffnungsträger Argentiniens bei der WM in Brasilien, wo Messi und Co. endlich den dritten WM-Titel nach 1978 holen sollen.

Messi, das verlorene Kind

Eine große Last auf den Schultern des 169 Zentimeter großen Mannes. Doch Messi hat es über all die Jahre gelernt, sich durchzusetzen. Mit 13 Jahren ist er nur 1,40 Meter groß. Er leidet unter Wachstumsstörungen und Hänseleien. Sein Heimatklub will die Behandlung mit Wachstumshormonen nicht bezahlen, also nimmt ihn sein Vater, Jorge Messi, an die Hand und bringt ihn nach Spanien, wo er einen Vertrag beim FC Barcelona unterschreibt – auf einer Serviette.

Mit 13 Jahren verlässt er seine Heimat, um nach Spanien zu gehen. Für ein Kind nicht ganz einfach. Guillem Balague beschreibt die Szenerie eindrucksvoll in seiner neuen Biographie „Messi“: „Er machte den Eindruck eines verlorenen Kindes. Seine düstere Stimmung wollte sich (…) einfach nicht aufhellen.“ Aber er war sich auch bewusst, dass ihn jede Flugmeile von Rosario über Buenos Aires bis nach Barcelona „auch seinem Traum näher“ brachte. Seinem Traum von einer großen Fußballer-Karriere.

Guardiola dankt Messi

Guillem Balague ist eine eindrucksvolle Biographie von dem wohl besten Fußballer unserer Zeit gelungen. Er nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Karriere Messis, zeigt Erfolge und Rückschläge auf, zu sehen sind beeindruckende Bilder. Er lässt Leute zu Wort kommen, die Lionel Messi begleitet haben. Allen voran Pep Guardiola, der seit letztem Sommer den FC Bayern München trainiert, kennt den kleinen Argentinier wohl besser als jeder andere. Über vier Jahre war er sein Trainer in Barcelona, zusammen feierten sie mehrere Meisterschaften und Pokalsiege. Guardiola sagt: „Ich kann meinen Enkelkindern erzählen: Ich habe Lionel Messi trainiert.“ Bei seinem Abschied 2012 aus Barcelona sagt er: „Danke für alles, Leo.“

Lionel Messi gilt nicht als einfacher Spieler, er ist zurückhaltend und steht nicht gern in der Öffentlichkeit. Während sich andere Superstars wie sein größter Widersacher, Cristiano Ronaldo, und sein Mitspieler in Barcelona, Neymar, gern überall präsentieren und vor Kamers posieren, wählt Messi oft den Gang durch die Hintertür. Er braucht das große Brimborium nicht. Lionel Messi will nur Fußball spielen. Und das macht er sehr erfolgreich.

Den Ball übergibt er seinem Sohn

Was man oft vergisst: Lionel Messi ist erst 26, hat einen Großteil seiner Karriere noch vor sich. Trotzdem wirft Balague schon einmal einen Blick voraus. Im November 2012 wird Messi zum ersten Mal Vater, sein Sohn Thiago kommt zur Welt. Und er nimmt die Rolle gleich an. „Jetzt ist er derjenige, den alle knuddeln, und ich lerne, ein Vater zu sein“, erzählt Messi in einem Interview. Balague wirft schon mal einen Blick voraus: „Eines Tages wird er mit Thiago in den Park gehen, um Fußball mit ihm zu spielen. Wenn Thiago zehn ist, ist Leo 37. Und an ihn wird er den Ball abgeben.“

Ein schöner Satz, eine schöne Vorstellung. Aber soweit wollen die Fußballfans dann doch noch nicht denken. Erst einmal freuen sie sich auf Lionel Messi bei der WM in Brasilien. Bei der Weltfußballer-Gala 2012 sagte Messi: „Jetzt möchte ich noch besser werden, mehr Titel gewinnen, damit ich noch mehr schöne Erinnerungen habe. Ich möchte weiterhin Dinge erreichen, an die ich mich immer erinnern werde.“ Die anderen 31 Mannschaften sollten sich also lieber in Acht nehmen.

Weltfußballer Lionel Messi

Weltfußballer Lionel Messi

Edel Books,  Seiten 560 (20 Bilder), Format (cm) 21.5 x 14.5 x 4, ISBN 9783841902696, Autor Guillem Balagué, Ladenpreis 24,95 Euro

 

Der 16.11. – Weltstar Lionel Messi wird geboren

Heute ist der 16. November. Im Jahr 1893 wurde an diesem Tag ein Vorgängerverein von Sparta Prag gegründet, 1974 wurde an einem 16.11. Paul Scholes geboren und 1946 Wolfgang Kleff, Klaus Fischer erzielte an diesem Novembertag im Länderspiel gegen die Schweiz 1977 sein Jahrhunderttor per Fallrückzieher und vor genau zehn Jahren wurde ebenfalls ein Weltstar geboren.

Am 16. November 2003 feierte Lionel Messi seine Geburt in der ersten Mannschaft des FC Barcelona. „Es ist ein sehr wichtiges Datum für mich“, sagt der Offensivkünstler in einem Erinnerungsvideo heute über jenen Tag, „denn damals habe ich mir meinen Kindheitstraum erfüllen können. Es war ein sehr glücklicher Tag für mich.“

Es war ein Debüt, das schon einen Meilenstein für die späte Karriere legte, denn just in jener Saison spielte er für fünf Mannschaften der Katalanen! Er spielte eine Partie in der B-Jugend (ein Tor) und erzielte für die A-Junioren in 14 Spielen 21 Tore. Als 16-Jähriger berief ihn Frank Rijkard schließlich in den Kader für ein Freundschaftsspiel beim FC Porto.

Der Koordinator von La Masia, Josep Colomer, überbrachte Messi damals die glückliche Botschaft. „Wir haben mit der A-Jugend trainiert. Als wir fertig waren, kam Colomer zu mir“, erinnert sich Messi noch an jedes Detail, „er sagte mir, dass ich mit den Profis reisen werde und ich einfach das Spiel genießen solle. Wenn ich zurückkomme, solle ich mich aber auf die A-Jugend konzentrieren.“

Die A-Jugend war nach der Rückkehr des Wunderknaben aber nur noch ein Teil seiner Heimat. Um die fünf Mannschaften auch voll zu machen, kickte er nach seinem Einsatz für die A-Mannschaft in der Saison 2003/2004 auch noch für die B- und C-Elf der Katalanen. Die Karriere begann in jenen Novembertagen rasant und führte zu unzähligen Titeln.

Den Menschen verändert haben sie aber nicht. Wenn heute im Camp Nou oder in einem anderen Stadion dieser Welt Lionel Messi aufläuft, ist er im Geiste noch immer der gleiche Junge wie damals in Porto an jenem 16. November 2003. „Ich bin der Selbe“, sagt der Weltstar am 16. November 2013 von sich.

Gerardo Martino – Newell’s lebende Legende ist der neue Mann beim FC Barcelona

Der Schock in Barcelona war nicht nur in Lionel Messis Gesicht zu sehen. Sämtliche Profis nahmen am vergangenen Freitag an der kurzfristig anberaumten Pressekonferenz teil.

Präsident Sandro Rosell verkündete schließlich jene Nachricht, die er „nicht wirklich wollte“: „Nach anstrengenden Tests hinsichtlich der gesundheitlichen Situation von Tito hat sich ergeben, dass er sich weiterer Behandlungen unterziehen muss, die es zeitlich nicht mehr zulassen, dass er auf der Trainerbank sitzt.“ Die Überraschung im Fußball-Spanien war, leider, perfekt.

Nahezu ebenso groß war die Überraschung des neuen Trainers im Camp Nou. Gerardo Martino, genannt Tata, wird die Mannschaft um die Superstars Lionel Messi und Neymar zukünftig führen.

Ein „Namenloser“ für die Weltstars? Nichts Neues bei Barca. Auch ein Frank Rijkaard hatte „nur“ als Spieler Erfolg als er auf die Trainerbank der Katalanen Platz nahm. Das Gleiche gilt für Pep Guardiola. Eine erfolgreiche Zeit mit Barcas zweiter Mannschaft reichte aus. Bei beiden „Wagnissen“ wurden die Verantwortlichen mit Titeln beschenkt.

„Ich kenne Tata nicht sehr gut“, so Vereinslegende Johan Cruyff dem Fernsehsender El 9. „Wie auch immer, Rijkaard und Guardiola gewannen keine Titel, bevor sie bei Barcelona begonnen haben. Am Ende waren sie sehr erfolgreich. Ich habe keine Bedenken, dass Martino den gleichen Weg gehen wird.“

Und im Unterschied zu Rijkaard und Guardiola feierte Martino schon einige Erfolge als Übungsleiter.

Als Spieler wurde er bei den Newell’s Old Boys zur Legende, nein zu DER Legende. In über 500 Partien führte er den Klub aus Rosario zu drei Meisterschaften. Als Trainer wiederholte er das Kunststück in der gerade abgelaufenen Saison. Zuvor wurde er in Paraguay innerhalb von fünf Jahren viermal Landesmeister: Mit Libertad 2002, 2003, 2006 und dazwischen 2004 mit Cerro Porteño. Die Landesauswahl Paraguays führte er bis ins Viertelfinale der WM 2010, wo die Guaraníes umstritten und denkbar knapp 0:1 an Spanien scheiterten. Nach der Copa-América-Finalniederlage trat Tata 2011 überraschend zurück und ging erstmals als Coach zu den Old Boys.

Hier ließ er in der Folgezeit, wie auch Guardiola bei Barcelona, ein ungemein offensives 4-3-3 spielen. Wie auch in der Entwicklung des jungen Trainers Guardiola, spielte bei Martino der ehemalige Coach von Athletic Bilbao, Marcelo Bielsa eine tragende Rolle.

Martino war unter seinem Landsmann Kapitän und Schlüsselfigur bei den Newell’s Old Boys. Zusammen feierten sie die erfolgreichste Zeit des Klubs. In nur zwei Jahren, mit zwei Landesmeistertiteln und einem Finaleinzug in der Copa Libertadores, prägte Bielsa zwischen 1990 und 1992 den jungen Mittelfeldspieler.

Sein Mentor, ebenfalls in Rosario geboren, setzte auf eine enorme Spielgeschwindigkeit, technisch herausragende Ballannahmen, hohen Ballbesitz und ebenso hohes Pressing, all das sah man damals bei den Old Boys wie auch knapp zwanzig Jahre später bei Peps Barcelona oder bei Martinos Old Boys. Guardiola adelte seinen guten Freund Bielsa später als „den besten Trainer des Planeten“.

„El Loco“ wiederum adelte Guardiolas Nachnachfolger bei Barca schon früh: „Ich trainierte ihn. Aber ich lernte von ihm durch seine Spielweise, seine Arbeit als Kapitän und Anführer… ein kompletter, bewundernswerter Mensch.“

Die Katalanen haben überraschend einen Externen verpflichtet, aber eigentlich auch nicht. Martino wird ohne Frage einen offensiven Fußball spielen lassen. Tatas Idee vom Fußball ist viel näher am System „Barcelona“ als man auf den ersten Blick denken möchte.