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Hertha BSC: Die derzeitige Lage ist bedenklich und bedrohlich

Die derzeitige Lage bei Hertha BSC ist bedenklich. Die Spieler wirken schon nach 10 Spieltagen völlig verunsichert, keiner schöpft sein eigentliches Potenzial aus. Das größte Problem: Im ganzen Team gibt es keinen Leader, keinen, der die Ärmel mal hochkrempelt und das Team nach einem Rückschlag im Spiel wachrüttelt. Die, für die diese Stellung gedacht ist, haben mit sich selbst zu tun.

Als da wären zum Beispiel Kapitän Lustenberger, der nach langer Verletzungspause völlig von der Rolle ist, und Neuzugang Heitinga, der noch gar nicht gezeigt hat, dass er ein internationaler Top-Spieler war/ist und Hertha wirklich verstärken kann. Es ist viel Luft nach oben und schon am Freitag gegen Hannover müssen drei Punkte her, sonst kann die Stimmung ganz schnell umschwenken.

Nach der Pleite gegen Paderborn deutete sich das schon mit den Plakaten „Versager“ an. Man fühlt sich schon zu diesem – noch recht frühen Zeitpunkt der Saison – an die letzten zwei Abstiegssaisons erinnert. Und das birgt eine große Gefahr. Die ausgeglichene Bundesliga zeigt, dass man nicht zu schnell den Abstand zu der vorderen Tabellenhälfte verlieren darf, sonst bleibt man erstmal unten drin. Und in Herthas derzeitiger Liga wäre das brandgefährlich.

Noch ein Punkt ist der Trainer: Mit Hertha aufgestiegen, dann eine sensationelle erste Hinrunde gespielt. ABER, guckt man sich die Statistiken in 2014 an und seine Punkteausbeute, ist das fast schon verheerend. Auch seine Äußerungen nach den letzten zwei Niederlagen lassen die Hertha-Fans aufhorchen. Dazu erweckt seine Körperhaltung eine Ratlosigkeit. Eine Trainerdiskussion wird (offiziell, auch wegen mangelnder Kandidaten) noch nicht geführt. Das kann sich bei weiteren (Punkt-) Rückschlägen aber schnell ändern…

Was die Hertha-Fans zum Lachen bringt momentan: Man steht immerhin noch vor dem BVB, und das hätte vor der Saison nun wirklich keiner gedacht.

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Sammer lobt RB Leipzig

„Ein paar Traditionalisten werden wieder rumschreien und weinen, aber das ist nicht in Ordnung. Wenn es Lok und Chemie Leipzig nach der Wende nicht geschafft haben, ihre Kraft im Interesse des Fußballs vor Ort zu bündeln – dann gibt es immer einen lachenden Dritten.“ (Bayern-Sportchef Matthias Sammer gegenüber dem NDR-Info-Radio)

Schalke „ohne Leidenschaft“ – Dresden bleibt auf dem Boden

Aus Dresden Fabian Biastoch

Eigentlich sollte für Schalke 04 der DFB-Pokal eine Chance auf einen Titel sein. Immerhin sind es über ein gutes Jahr verteilt nur eine Handvoll Spiele, die man gewinnen muss. Dazu kommen meist noch ein paar unterklassige Teams, die man als Champions-League-Teilnehmer locker wegputzen sollte. Sollte. Das ist das Stichwort. Am Montagabend wurden die Königsblauen von Dynamo Dresden gehörig vernascht.

Der Bundesligist ließ sich vom Drittligisten nicht nur die Butter vom Brot nehmen, die Dresdner nahmen auch gleich noch das Brot mit. Sie waren von der ersten Minute an im Spiel, haben durch mannschaftliche Geschlossenheit den Favoriten zu Fall gebracht. Ihnen sei klar gewesen, erklärt SGD-Coach Stefan Böger nach dem 2:1-Sieg, „dass wir Schalke nicht mit spielerischen Mitteln schlagen können. Hätten wir das versucht, wären wir nach einer Halbzeit oder 60 Minuten platt gewesen.“

Die Hausherren haben einen anderen Weg gewählt. „Wir haben gegen eine Bundesligamannschaft extrem guten Fußball gespielt“, lobt Keeper Benjamin Kirsten nach Abpfiff sein Team. „Es ist aller Ehren wert, was wir heute geschafft haben. Es war eine außerordentliche Mannschaftsleistung.“ Seit Böger im Amt ist, gibt es wieder ein richtiges Team im schwarz-gelben Dynamo-Trikot. Jeder ackere für den anderen, sagt auch der Sohn vom „Schwatten“ Ulf Kirsten.

Und Kirsten junior geht gar noch ein Stück weiter mit seinem Lob: „In der ersten halben Stunde gab es Phasen, da hätte man denken können, Schalke und Dynamo hätten die Trikots gerauscht.“ So weit war es dann doch nicht, hätte Königsblau dann immerhin in Schwarz-Gelb spielen müssen…

Auch wenn der Gegner die Farben des Pottrivalen aus Dortmund trug, so richtig bissig waren die Gäste aus dem Westen der Bundesrepublik nicht. „Ohne Leidenschaft“ und „ohne Balltempo“ habe seine Mannschaft gespielt, moniert Schalke-Trainer Jens Keller. „Wir haben Dresden nicht vor Probleme gestellt.“ Der Pokalsieger von 2011 sei die Wege „nicht aggressiv genug mitgegangen“ und „Dresden hat verdient gewonnen“, so des Fußballlehrers Fazit nach 90 Minuten.

Für die Nummer 4 der Gastgeber war die Begegnung mit den Schalkern – ob sie nun siegreich geendet hätte oder nicht – eh etwas Besonderes. Dennis Erdmann kam im Sommer aus Gelsenkirchen an die Elbe, stand auch schon im Bundesligakader von Keller. Er wollte seinem Ex-Klub zeigen, dass es falsch war, ihn gehen zu lassen. „Ich habe immer gesagt, wir können es packen und die Sensation schaffen“, strahlt der Verteidiger über beide Ohren: „Für mich zählt nur Dynamo, ich bin Dynamo-Fan.“

Ausfall von Mats Hummels ist bitter, aber…

Ganz Deutschland oder zumindest ganz Dortmund ist verzweifelt. Mats Hummels ist verletzt, Marcel Schmelzer angeschlagen und Neven Subotic fällt die gesamte Restsaison aus. Alles bitter, ganz klar, aber die Schuld liegt nicht beim Deutschen Fußball-Bund oder Joachim Löw.

Auf der einen Seite kann man sagen, der BVB war etwas zu optimistisch, mit nur drei Innenverteidigern in die Saison zu gehen, aber getreu dem Motto, hinterher ist man immer schlauer, ist dies so oder so nicht mehr zu ändern.

Der DFB und vor allem Bundestrainer Joachim Löw sollte auf der anderen Seite aber auch nicht der schwarze Kater zugeschoben werden, denn er hat sich nun einmal dazu entschlossen, gegen Italien mehr Bayern-Spieler einzusetzen und gegen England mehr Dortmunder. Die Tage zur Bundesliga sind, wie es auch Löw schon sagte, ausreichend, um sich auszuruhen. Hätten sich die Dortmunder gegen Italien verletzt, wären sie jetzt auch nicht fit.

Vor einigen Monaten wurde aus dem Revier noch gemeckert, warum den Löw so wenig Schwarz-Gelbe nominiere, nun waren es zu viel. Was ist denn nun richtig? Verletzungen sind bitter, können aber immer passieren, bei Test-Länderspielen gegen England oder Liechtenstein, aber auch in Test gegen Paderborn oder Traktor Dortmund-Nordwest.

Und Jürgen Klopp weiß genau, was er nun zu tun hat. Am Samstagabend gegen 20.20 Uhr werden sich vielleicht alle fragen, warum man im Vorfeld so lange diskutiert habe…

Vielmehr sollte man darüber nachdenken, den internationalen Kalender etwas anzupassen. So sind doch Reisen für den einen oder anderen Nationalspieler in die USA, Asien oder Afrika anstrengend und vor allem eines – nicht notwendig…

Schalkes Sieg rettet Jens Keller den Job!?

Kommentar

0:1 zur Pause hinten, der Stuhl des Jens Keller und vielleicht auch langsam von Horst Heldt wackelte heftig. So zumindest die breite Meinung der Revierpresse und königsblaue Anhänger.

Ich bin weit von Gelsenkirchen entfernt, auch kein Fan des FC Schalke, aber ich finde es schon sehr interessant, wie sehr unter Druck Keller arbeiten muss. In meinen Augen sollte man ihn machen lassen oder eben einen anderen Mann an der Linie machen lassen.

Gut, der Start war nicht ganz überragend, spektakuläres 3:3 gegen den Hamburger SV, Niederlagen gegen Wolfsburg und Hannover. Aber in den vergangenen Wochen haben sie „nur“ gegen die größeren Namen verloren. Gegen Leverkusen haben sie gar gewonnen und sie halten den Anschluss an die Spitze.

Aber im Ernst, nur Bayern kann mit Bayern mithalten oder eben Teams, die in dieser Kategorie spielen. Spielerisch schaffen es mehrere Mannschaften, aber die Ausdauer, die Kaderbreite und –tiefe haben schlicht und einfach nur Bayern, Barcelona oder Real Madrid.

Es ist noch gar nicht so lange her, da was das große Ziel des FC Schalke, sich finanziell zu stabilisieren. Gut der Weg dahin ist sicher auch schmerzlich und mit Abstrichen versehen, aber es geht nur das Eine oder das Andere. Dortmund hätte vor zehn Jahren fast in der Kreisklasse gespielt, sich dann langsam aufgebaut und auch Tabellenplätze im Mittelfeld hingenommen.

Wie bei vielen anderen Vereine auch, vermisse ich als Außenstehender eine echte Philosophie. Eine Spielidee, ein Trainer, der einfach auch mal das Vertrauen der Führungsetage hat, um seine Ideen zu etablieren.

Kurzum, die Unruhe auf Schalke ist bemerkenswert, so kann man in meinen Augen gar nicht arbeiten. So hart es klingen mag, sie sollten einfach mal in Ruhe malochen, sich nicht um die Anderen kümmern (außer vielleicht Dortmund;-)) und einen roten Faden durch den Verein ziehen. Danach Spieler und Mitarbeiter holen.

Und einen Iker Casillas in königsblau? Klasse Sache, aber nicht mehr heute, sondern lieber eine junge Nummer eins aufbauen und der vertrauen…

Lage der Liga: Hertha überrascht in der Bundesliga nicht nur die Bayern

„Glückwunsch, Jos! Ihr wart absolut und überhaupt die beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben.“ Das sagte Bayerns Trainer Pep Guardiola nach dem 3:2-Sieg des deutschen Rekordmeisters gegen Hertha BSC. Von allen Seiten bekamen die Berliner für ihren Auftritt in München Lob; allen voran Trainer Jos Luhukay. Auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte den Niederländer vor dem Spiel gelobt. „Die Hertha ist bis dato die positive Überraschung der Bundesligasaison, eine Mannschaft, die sehr gut aufgetreten ist. Ich glaube, das liegt vor allem an dem Trainer, den sie haben, der einen sehr guten Job macht, der sehr gut zur Mannschaft passt“, sagte er.

Hertha ist in der Bundesliga schneller angekommen, als vor der Saison anzunehmen war. Luhukay war optimistisch. Man sei nicht schlechter als sieben oder acht andere Mannschaften in der Liga, ließ er wissen. Dass die Berliner aber nach zehn Spieltagen mit 15 Punkten (von 30 möglichen) auf Tabellenplatz fünf stehen, war nicht zu erwarten. Erst drei Niederlagen, dazu hat Hertha nach Bayern, Dortmund und Leverkusen die wenigsten Gegentore kassiert. „Wir haben uns alles hart verdient. Wir stehen defensiv stabil, können unsere Gegner unter Druck setzen. Darauf können wir stolz sein“, sagte Luhukay.

Die Stimmung im Verein ist gut, die Fans zufrieden und Manager Michael Preetz wurde mit einer Vertragsverlängerung bis 2017 belohnt. Bei Hertha läuft´s. Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten die Berliner viele Sympathien verspielt und fanden sich einmal mehr in der Zweiten Liga wieder. Die ständigen Trainerwechsel, das Skandalspiel gegen Düsseldorf und die darauf folgenden Gerichtsverhandlungen – viel schlechter hätte die Außenwirkung des Klubs nicht sein können. Mit der Verpflichtung von Luhukay gelang Manager Preetz der größte Schachzug in seiner Funktionärskarriere. Der Niederländer schaffte es mit seinem Amtsantritt positive Stimmung in Berlin zu verbreiten. Am Ende der Zweitliga-Saison hatte Hertha die Zweitliga-Meisterschaft gewonnen, mit 76 Zählern einen neuen Punkterekord aufgestellt.

Und nun dieser famose Start in die Bundesliga-Saison. Luhukay schafft es, seine Spieler bei Laune zu halten, auch wenn sich einer der etablierten Kräfte mal auf der Ersatzbank wiederfindet. Die Berliner sind topfit, was sich besonders in der Schlussviertelstunde bisher mehr als einmal bemerkbar machte, wenn seine Spieler mehr liefen als der Gegner. In München lief Hertha insgesamt 129 Kilometer, zwölf mehr als die Bayern. Auch die Zweikampf-Bilanz sprach für die Luhukay-Elf (53 Prozent gewonnene Zweikämpfe). Und so soll es weitergehen. Nach der Bayern-Partie sagte Jos Luhukay Richtung Winterpause (noch sieben Spiele): „Es sind fünf Zähler bis zur 20-Punkte-Marke. Wir wollen aber vielleicht noch ein paar mehr.“

Die Berliner Fans sind gespannt, was noch alles möglich ist. Die Erfahrungen der letzten Jahren haben aber einen Großteil gelehrt, nicht zu schnell in Euphorie zu verfallen. Das Vertrauen in Mannschaft und Trainer ist jedenfalls groß. Am Wochenende erwartet Hertha im heimischen Olympiastadion Schalke 04 – den bei den Fans nicht gerade beliebten Tabellennachbarn (Platz sieben). Ein Sieg würde die Euphorie weiter steigern. Und was kommt dann? „Respekt. Gegen die werden noch andere Probleme kriegen“, sagte Bayerns Thomas Müller.

Derby-Alarm in der Bundesliga

Das Mutter aller Derbys in Deutschland steht an. Im Revier schauen die Fans auf Samstag 15.30 Uhr. Dann heißt es wieder Königsblau gegen Schwarz-Gelb, Keller gegen Klopp oder auch Kevin Großkreutz gegen seinen Lieblingsklub…

Dieses Spiel wird alles überstrahlen und das ist auch gut so! Endlich ist ein Spiel auf der Tagesordnung, was irgendwo auch ganz Deutschland fesselt. Ähnliches birgt wohl nur das langsam wachsende deutsche Clasico zwischen Bayern und dem BVB.

Was aber viel wichtiger ist, mit einem Sieg auf Schalke, stürzen ausgerechnet die Erzrivalen Königsblau wieder in eine Krise. Und die sind in Gelsenkirchen hinter jeder Ecke zu finden! Das Spiel gegen die tapferen Löwen war mehr als glücklich, gegen Chelsea waren Boateng und Co. komplett chancenlos.

Auch wenn man immer wieder gern hört, dass es ja gar nicht so deutlich, ja sogar ein Remis drinnen war, dann haben die Schalker leider nicht das gleiche Spiel gesehen. Die Blues waren stärker, sie haben gespielt, wie sie es wollten und Dortmund kommt mit einer Euphoriewelle in die Arena, da schaudert es Jens Keller bereits jetzt!

Wenige Minuten vor Abpfiff das Spitzenspiel in der Champions-League-Gruppe geholt, nun soll der Derby-Sieg her, das hat Nuri Sahin schon nach Ende des Spiels in London gesagt. Schalke wollte eigentlich auch dort stehen, auf der Sonnenseite, auf der Siegerseite. Nun ja, so ganz funktioniert hat es nicht.

Schalke ist ein Scheinriese! Sie wollen ein großer Name sein, doch Jahr um Jahr passiert etwas, dass sie nicht dorthin gelangen, wo sie hin wollen und auch irgendwo gehören. Während sich der Rivale aus Dortmund klamm und heimlich nach oben mauserte, die Bayern in den vergangenen Jahre ärgerte, stach S04 immer mal wieder heraus, aber Ruhe ist ein Fremdwort…

Nun denn, es kommt zum Duell, aber es sind noch mehr Spiele am Wochenende. Mainz gegen Braunschweig zum Beispiel. Nicht besonders brisant auf den ersten Blick, aber auf den zweiten sieht man zwei Taktikfüchse gegeneinander spielen. Während Tuchel als Spieler unter Ralf Rangnick sicher das Eine oder Andere mitnahm, hat Torsten Lieberknecht lange mit Jürgen Klopp gespielt. Tuchel und der Löwenbändiger sind taktisch herausragend.

Auch wenn das Spiel taktisch werden zu sein scheint, wird es für Fans wohl langweilig. Für Trainer ein Augenschmaus, für Fans ein Graus.

Wer sind die Schuldigen bei dem Leverkusener Phantomtor?

Lange musste die Bundesliga nach dem „Treffer“ von Thomas Helmer gegen Nürnberg 1994 auf das zweite Phantomtor warten, doch am 18. Oktober war es wieder soweit. Stefan Kießling „traf“ bei 1899 Hoffenheim zum 0:2. Der Stürmer köpfte den Ball links ans Außennetz, alles geklärt, denken sich die Gastgeber, doch auf einmal jubelt Stefan Reinartz. Er lief zu Kießling, umarmte ihn und jubelte über die ausgebaute Führung.

Der vermeintliche Schütze, wusste augenscheinlich nach seinem „Tor“ bereits, dass er nicht getroffen hatte. Kieß jubelte erst nicht, obwohl der Ball ja im Tor gelegen hatte. Er schien deutlich gesehen zu haben, dass der die Kugel erst über den Umweg von der Außenseite durch ein größeres Loch ins Tor gelangte.

Was ist nun der Skandal dabei? Dass der Schiedsrichter das Tor gab? Schwer zu entscheiden, denn der Ball war im Tor. Auch wenn die Hoffenheimer Auswechselspieler sich kurz danach über das Tor beschwerten und Dr. Felix Brych das Loch sah, kann er ohne TV-Bilder nicht einfach auf Nicht-Tor entscheiden. Er hätte sich ja so nur den Benachteiligten angeschlossen, die, wie zum Beispiel auch bei unberechtigten Strafstößen, stets für ihr Recht streiten. Ohne eine zweite Schiedsrichtermeinung oder eben Bilder keine gerechte Entscheidung möglich.

Dann wären da noch die Leverkusener. Sie wären die einzigen Akteure auf dem Platz gewesen, die die richtige Entscheidung zumindest herbeiführen hätten können. Reinartz, so vermitteln es die Bilder, schien das „Tor“ richtig gesehen zu haben und jubelte schlichtweg, damit die drei Punkte auch wirklich sicher waren. Kießling selbst wurde überrumpelt von Reinartz und bekam vermittelt, ‚Junge, jubele ruhig, dann merken sie es nicht’. So zumindest der Eindruck.

Die entscheidende Szene fand dann aber wenige Minuten am Mittelkreis statt. Der „Torschütze“ und Brych sprachen kurz, wenn es nicht um das gerade erzielte „Tor“ ging, worum dann? Hier hätte Kießling, der wohl eindeutig sah, dass er nicht getroffen hatte, dem Schiedsrichter einen Hinweis geben können. Besser gesagt, hier war seine letzte Chance dazu.

Nun droht der Grüne Tisch und die Frage, was hätten die Bayer-Kicker, den Fair-Play-Gedanken im Hinterkopf, machen sollen? Reinartz’ Jubel war schon falsch, das Schweigen Kießlings ebenfalls. Die Unparteiischen hätten vielleicht genauer das Netz prüfen müssen, wenn denn zum Wiederanpfiff das Loch bereits vorhanden war.

Fair Play bleibt wichtig

Eines bleibt: Fair Play kann Spiele entscheiden, Miroslav Klose kann ein Lied davon singen. Am 30. April 2005, dem 31. Spieltag der Saison 2004/05, gab der Schiedsrichter in der Partie Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld einen Strafstoß. Es stand 0:0 und Klose wurde in den Augen von Herbert Fandel regelwidrig vom Strafraum vom Ball getrennt. Die logische Konsequenz: Elfmeter und Gelbe Karte für den Arminen-Keeper Matthias Hein. Der Nationalstürmer jedoch gab beim Unparteiischen an, dass alles regelkonform gewesen sei und das Spiel lief ohne Verwarnung und Elfer weiter.

Auch in der vergangenen Saison glänzte Klose durch sein Fair-Play-Verhalten. Er nahm bei einem Treffer am fünften Spieltag gegen den SSC Neapel die Hand zur Hilfe. Die Neapolitaner protestierte, Klose gab zu, die Hand genommen zu haben und das Tor zählte nicht.

Beide Spiele verlor Klose und sein jeweiliges Team mit 0:3, er selbst bekam für beide Szenen unter anderem die DFB-Medaille Fair ist mehr.

Diese Medaille hätte auch Stefan Reinartz und/oder Stefan Kießling zustehen können. Doch sie blieben stumm und ließen das Spiel zu ihren Gunsten weiterlaufen.

Achja, auch mit einer Torlinientechnik, hätte man auf Fair Play setzen müssen, denn der Ball war ja im Tor. So hätte bei vorhandener Technik die Frage geheißen: Hat die Technik in diesen Sekunden versagt und es war ein Treffer oder eben doch nicht? Auch hier hätten nur die Spieler selbst Klarheit schaffen können…

Pep Guardiola – „Der begehrteste Trainer der Welt“

Am 24. Juli 2013 begann beim FC Bayern München eine neue Zeitrechnung. Klar, etwas Ähnliches wurde auch geschrieben, als Jürgen Klinsmann oder Louis van Gaal das Traineramt beim deutschen Rekordmeister übernahmen. Aber die Ankunft von Pep Guadriola in München wurde gefeiert und zelebriert – so etwas hatte es selbst bei den Bayern noch nicht gegeben.

Man kann wohl von der größten und medienwirksamsten Presseveranstaltung in der Geschichte des Klubs sprechen. Der erste Auftritt von Guardiola lockte mehr als 200 internationale Journalisten in die Münchener Allianz Arena, Kamerateams sendeten Live-Bilder in die ganze Welt hinaus. Und was machte Pep? Er setzte sich auf seinen Platz, locker und entspannt grüßte er die Runde: „Guten Tag, grüß Gott, meine Damen und Herren.“

Der ehemalige Weltklassespieler hatte angekündigt, seine erste Pressekonferenz und das erste Training in Deutsch halten zu wollen – und das tat er. Der Einstieg in seinen neuen Job hätte trotzdem leichter sein können, schließlich hatte sein Vorgänger, Jupp Heynckes, gerade erst die erfolgreichste Saison des FC Bayern mit dem Triple abgeschlossen. Aber Pep Guardiola wäre nicht Pep Guardiola, wenn er die Herausforderung nicht sofort angenommen hätte. Er wollte nur zu den Bayern – trotz Millionen-Offerten aus England und Italien.

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„Guardiola – Der Fußball-Philosoph“, 256 Seiten, 14,90 Euro, ISBN: 978-3-7307-0042-6

Und der Erfolg in den ersten Wochen gibt ihm Recht. Nach leichten Startschwierigkeiten, hat er den Bayern seine Art Fußball spielen zu wollen eingeimpft. Wie schon in der letzten Saison dominieren sie in allen Wettbewerben. Die geäußerte Verwunderung und Kritik, unter anderem am verlorenen Supercup-Finale gegen Borussia Dortmund oder die Verschiebung Philipp Lahms von der rechten Abwehrseite ins defensive Mittelfeld, ist längst verpufft. Pep Guardiola hat sich von alledem nicht ablenken lassen, er verfolgt konsequent seinen Weg.

Doch wer ist eigentlich Josep „Pep“ Guardiola i Sala? Was zeichnet ihn aus? Wie erklären sich seine Erfolge? Dietrich Schulze-Marmeling hat den Weg des „begehrtesten Trainers der Welt“ genau verfolgt und nun in der Biographie „Guardiola – Der Fußball-Philiosoph“ aufgeschrieben. Er erzählt, wie Guardiola zum Strategen des Dream-Teams in Barcelona wurde, von Reibereien mit Louis van Gaal und von seinem Weg zum ersten „Sextuple“-Trainer.

Dietrich Schulze-Marmeling zeichnet ein genaues Bild von Guardiola und seinem Weg vom Weltklasse-Spieler zum Weltklasse-Trainer. Den Weg eines – trotz seiner vielen Erfolge – bescheidenen Mannes, der einmal auf die Frage „Macht Pep Guardiola große Mannschaften oder machen große Mannschaften Pep Guardiola?“ antwortete: „Mein Verdienst ist nur, dass ich gute Spieler habe. Sucht bitte keine anderen Erklärungen.“

RB Leipzig-Coach Alexander Zorniger: „Bewerten den Sieg hoch, aber nicht zu hoch“

Leipzig. Und wieder zog Werder Bremen gegen einen Drittligisten den Kürzeren. Nach Osnabrück fegte RB Leipzig die Norddeutschen zwar nicht aus dem Stadion, stellte Robin Dutt aber doch vor das eine oder andere Problem.  Sein Gegenüber Alexander Zorniger war da doch etwas besser gelaunt, aber auch nur etwas.

Der Bremer Trainer zeigte sich unzufrieden und Aaron Hunt brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Wir haben heute nicht so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben zu viele Fehler gemacht und dem Gegner zu viele Torchancen geschenkt. Wir tun uns vorn und auch hinten schwer.“ In den ersten zehn Minuten war jeder lang geschlagene Ball eine Chance für die Hausherren. Leicht konnten sie die Hintermannschaft der Werderaner austanzen, zu leicht. Doch ändern wird Robin Dutt nichts. Auch bei einem Sieg würde er weitermachen wie bisher: „Natürlich wäre es gut ein Spiel zu gewinnen, aber auch wenn wir gewinnen wird nichts anders sein. Es wird nichts passieren.“

Nach dem ersten Tor von Niclas Füllkrug, der einen präzisen Flachpass von Marko Arnautovic nur noch einschieben musste (13.), gaben die Leipziger nicht auf. Bulle Timo Röttger sagte: „Wir haben uns von dem frühen Rückstand nicht unterkriegen lassen, haben frech weitergespielt und wurden dafür belohnt.“ Belohnt wurden sie unmittelbar vor Halbzeitpfiff. Es war Röttger, der einen Ball aus dem Mittelfeld mustergültig annahm, seinen Gegenspieler täuschte und den Ball ins lange Eck zirkelte (45.).

RB Leipzig-Coach Alexander Zorniger © Red Bull/GEPA

RB Leipzig-Coach Alexander Zorniger © Red Bull/GEPA

Nach der Pause schickte Dutt überraschend die gleiche Elf wie in Halbzeit eins auf den Rasen. Besser konnten sie auch nach der Pause nicht machen. Kurz vor der Stundenmarke legte Denis Thomalla auf Carsten Kammlott quer, der mit einem sehenswerten Hackentrick den Siegtreffer markierte. Bullen-Coach Zorniger sagte nach dem Spiel: „Nach dem Gegentor sind wir bis zum 1:1 nicht mehr ins Spiel gekommen. Da waren auch einige Egoismen auf dem Platz, die ich nicht so gern sehen möchte. Auch hat mit die taktische Disziplin nicht so gut gefallen.“ Doch harte Worte für den Coach einer Mannschaft, die so eben einen Bundesligisten in die Knie zwang.

Aber auch der kritische Übungsleiter freute sich am Ende: „Wir nehmen das Ergebnis gern mit. Wir bewerten den Sieg hoch, aber auch nicht zu hoch.“

(fb)