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„Gauchogate“? – Auf dem Boden bleiben!

KOMMENTAR

Ich kann es nicht glauben. Da wird die DFB-Elf zum vierten Mal in der Geschichte Weltmeister, holt zum ersten Mal als wiedervereinigtes Deutschland die größte Fußballkrone der Welt und was passiert? Man meckert mal wieder über einen angeblich verhöhnenden und den Gegner diffamierenden Tanz der WM-Helden auf der Fanmeile in Berlin.

Nun sollte es aber ganz deutlich heißen: Auf dem Boden bleiben! Der Gaucho-Tanz war einfach ein kleiner Witz. Nicht mehr. Genauso wie Thomas Müller noch in Rio de Janeiro eine kolumbianische TV-Reporterin veräppelte. Es war ein kleiner Schabernack, keine Bosheit. Die gesamte WM über haben wir – wie es auch stets sein sollte – den Gegner mit dem allergrößten Respekt behandelt.

Oder darf man als aus Deutschland kommender Sieger gar nicht mehr jubeln? Ist es auch rassistisch zu singen, dass „wir die Nummer 1 der Welt“ seien? Im Grunde macht man damit jede andere Nation, jedes andere Volk schlecht, oder?

Es liegt aber nun einmal in der Natur der Deutschen zu meckern. Und bei jeder WM kommt eine solche Diskussion auf. Da wird die Freude über eine erfolgreiche deutsche Nationalmannschaft plötzlich in die Nazi-Ecke gerückt. Ernsthaft, geht es noch?

Natürlich, die Bilder, die im Netz kursieren (Deutschlandfahnen mit Hakenkreuzen und eindeutig rassistischen Kommentaren) sind unterste Schublade und widerwärtig. Aber sich darüber zu beschweren, dass Deutschlandfahnen oder Wimpel im ganzen Land zu sehen sind? Dass eine Nation – ein „Wir – stolz auf eine Mannschaft oder eine Leistung ist? Ist mal wieder typisch Deutsch. Leider.

So macht es keinen Spaß Fußballfan zu sein. Es muss doch möglich sein, sich normal, bodenständig freuen zu dürfen. Ohne gleich in die Nazi-Ecke gerückt zu werden. Jede Art von Rassismus oder sonst menschenverachtende Gedanken gehören raus aus dem Stadion, aber freudiger, lebendiger Jubel – auch mit einem kleinen Augenzwinkern – ist nicht falsch.

Fabian Biastoch

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Jeder träumt davon: „Die Nationalelf: Momente für die Ewigkeit“

Geschafft. Auch das letzte WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden hat die deutsche Nationalmannschaft erfolgreich gestaltet: 5:3 hieß es nach 90 Minuten. Am Ende der Qualifikation stehen damit neun Siege und nur eine Niederlage nach zehn Spielen – eine mehr als beeindruckende Bilanz, die das Team von Bundestrainer Joachim Löw automatisch zu einem Titelkandidaten für die WM im nächsten Jahr in Brasilien macht.

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1. Auflage, 240 Seiten, 113 Farbfotos, 53 S/W Fotos, Format 27,8 x 29,7 cm, gebunden mit Schutzumschlag, Delius Klasing

Das Vertrauen ins deutsche Team ist groß. Nach den verpassten Chancen bei den letzten vier großen Turnieren, soll es endlich wieder klappen mit einem Titel. Drei Mal hat es bei einer WM schon geklappt: 1954, 1974 und 1990. Dazu kommen drei EM-Titel: 1972, 1980 und 1996. Der DFB ist der größte Sportverband der Welt und einer der erfolgreichsten. Die Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes und der Nationalelf ist lang und spannend. Es gab viele Momente, die einem ewig in Erinnerung bleiben.

Der Journalist Alexander Laux hat die Geschichte der Nationalmannschaft in einem Buch zusammengefasst: „Die Nationalelf: Momente für die Ewigkeit“. Er schreibt über die schönsten Spiele und bittersten Niederlagen, von Helden und tragischen Figuren. Dazu lässt Laux viele ehemalige und aktuelle Nationalspieler zu Wort kommen. Abgerundet wird das Werk von vielen tollen Abbildungen.

Diese lassen einen in Erinnerungen schwelgen, oder lassen einen an Spielen und Ereignissen teilhaben, die man selbst so nicht miterlebt hat. Warum ist die Geschichte der DFB-Elf so faszinierend? Der ehemalige Welttorhüter Oliver Kahn versucht es im Buch zu erklären: „Jeder junge Fußballer träumt davon, einmal in diesem Trikot auf dem Rasen zu stehen. (…) Er träumt davon, in ein Stadion einzulaufen, die Hände hinter dem Rücken zu verschränken, die Brust herauszustrecken und dann die Hymne mitzusingen. (…) Wenn dein Traum Wirklichkeit wird, kommen diese Bilder wieder in dir hoch. Und vor deinem geistigen Auge spazieren deine deutschen Legenden entlang.“

Der Zauber der Nationalelf. Wer ihn einmal erleben möchte, sollte sich dieses Buch zulegen.

Schon viel erreicht, aber das war erst der Anfang: „Mesut Özil – Auf dem Weg zum Weltstar“

Der Wechsel von Mesut Özil von Real Madrid zum FC Arsenal war der Transfer des Sommers. Coach Arsene Wenger, der in den letzten Jahren immer wieder für seine verhaltene Transferpolitik kritisiert wurde, gelang mit dem 50-Millionen-Euro-Neuzugang ein Überraschungs-Coup. „Arsenal hat den ‘deutschen Messi’ geholt. Özil ist der kreativste Spieler Europas, seit er bei der WM 2010 die große Bühne betreten hat“, schrieb zum Beispiel die englische Zeitung „Sun“.

Die ganze Fußball-Welt gratulierte Arsenal und Wenger für die Verpflichtung Özils. In Madrid schien nach der Verpflichtung vom neuen Trainer Carlo Ancelotti und Spielern wie Isco kein Platz mehr für den deutschen Nationalspieler zu sein. Inzwischen – trotz einiger Störfeuer, die man aus Spanien vernimmt – vermisst ein Großteil der Madrilenen Mesut Özil. Besonders die Fans, bei denen der Mittelfeldspieler sehr beliebt war.

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Mesut Özil – Auf dem Weg zum Weltstar. 1. Auflage 2012, 136 Seiten, 99 Farbfotos, 5 S/W Fotos, Format 21,9 x 28,7 cm, gebunden, Delius Klasing

Was zeichnet Özil aus? Was ist das Besondere an ihm? Diesen Fragen geht die Biografie „Mesut Özil – Auf dem Weg zum Weltstar“ nach. Schon früh heißt es in dem Buch: „Mesut Özils Geschenk an den Weltfußball ist die Verschmelzung mehrerer elementarer Bewegungen des Fußballs zu einer einzigen – einer Geschwindigkeit, die ihresgleichen sucht.“ Özils Weg zu einem der – das darf man ruhig so sagen und schreiben – besten Fußballer der Welt ist ein spannender.

Er lernte das Fußballspielen in einem „Affenkäfig“, einem ausrangierten Bolzplatz, wo er schon früh zum Helden wurde. Özil sagt dazu: „Als ich bei Westfalia Gelsenkirchen spielte, haben wir einmal 12:1 gewonnen. In dem Spiel habe ich, wenn ich richtig zurückdenke, zehn Tore gemacht.“ Es deutete sich an, dass Mesut Özil eine große Karriere vor sich hat. Sein ehemaliger Jugendtrainer, Michael Kulm, beschreibt den jungen Özil so: „Er war in der Kabine sehr zurückhaltend. Aber wenn er den Ball am Fuß hatte, war es mit der Zurückhaltung vorbei.“

Über die Jugend von Rot-Weiß Essen landete Özil bei Schalke 04, wo er sein Potenzial nie ganz ausschöpfen konnte bzw. durfte und nach drei Jahren den Absprung zu Werder Bremen wagte. Hier reifte der inzwischen 25-Jährige zu einem international begehrten Spieler – ausschlagend dafür natürlich auch die grandiosen Leistungen während der WM 2010, wo er Deutschland bis ins Halbfinale führte.

Als im Sommer 2010 Real Madrid anfragt, muss Mesut Özil nicht lange überlegen. In Spanien – an der Seite von Weltstar Cristiano Ronaldo – erhofft er sich einen weiteren Karrieresprung. Real zahlt 18 Millionen Euro an Werder Bremen. Die Erwartungen an Özil sind groß – und er erfüllt sie. Als er einmal eine Schwächephase hat und ein Platz auf der Ersatzbank droht, legt Özil einen Gang zu und enteilt seiner Konkurrenz so, dass sein Platz nie wirklich in Gefahr gerät. Mit Cristiano Ronaldo hat er einen mächtigen Fürsprecher im Klub. „Ich liebe es, mit ihm zusammenzuspielen. Er hat mich besser gemacht“, wird der Portugiese im Buch zitiert. Ein großes Lob von einem Weltstar für den anderen.

Nach drei Jahren dann das Aus bei Real und der Wechsel zu Arsenal, wo er mit offenen Armen empfangen wird und auf zwei weitere deutsche Nationalspieler trifft: Per Mertesacker und Lukas Podolski. Der sagt über seinen neuen Mitspieler: „Es macht einfach nur Spaß, mit ihm auf dem Platz zu stehen. Mesut versteht den Fußball wie nur wenige. Seine Pässe sind genial, sein linker Fuß ebenfalls. Auch die Verständigung während des Spiels klappt hervorragend.“

Mit diesen Lobhudeleien könnte man endlos weitermachen. Mesut Özils Weg ist noch lange nicht beendet. In Deutschland hoffen sie, dass er die DFB-Elf 2014 in Brasilien zum Titel führt. Wer noch mehr über diesen grandiosen Fußballer wissen möchte, sollte sich das Buch anschaffen, das mit faszinierenden Fotos von der bisherigen Karriere Özils abgerundet wird.

Mesut Özil wechselt zu Arsenal – beste Entscheidung für alle Seiten

In den letzten Jahren wurde Arsene Wenger immer wieder für seine verhaltene Transferpolitik kritisiert. Auch in diesem Sommer hielt sich der Coach vom FC Arsenal lange zurück, nur drei neue Spieler kamen bis zum letzten Transfertag dazu; für den Sturm der noch unbekannte französische Nachwuchsstürmer Yaya Sanogo, Mittelfeldspieler Mathieu Flamini, der schon von 2004 bis 2008 für Arsenal spielte, und Keeper Emiliano Viviano, der den etablierten Kräften Lukasz Fabianski und Wojciech Szcesny Konkurrenz machen soll.

Kosten gesamt: 1 Million Euro. Am Montag, dem letzten Tag des Transperiode, wurde es in den letzten Stunden dann turbulent. Laut englischen Medienberichten soll Arsenal kurz vor einer Verpflichtung von Mesut Özil stehen. Der deutsche Nationalspieler saß am letzten Wochenende nur 90 Minuten auf der Bank gegen Athletic Bilbao. Der neue Coach von Real Madrid, Carlo Ancelotti, setzte lieber auf Neuzugang Isco, der auch prompt zwei Tore zum 3:1-Sieg beisteuerte. Özil auf der Abschussliste! Und da kam Wenger dann ins Spiel, der Özil schon 2010 nach London holen wollte – damals entschied sich der 24-Jährige für Madrid.

Kurz vor Mitternacht meldete Arsenal dann Vollzug! Der Transfer-Hammer des Sommers war perfekt. „Arsenal hat den ‚deutschen Messi‘ geholt. Özil ist der kreativste Spieler Europas, seit er bei der WM 2010 die große Bühne betreten hat. Wenger radierte mit dem Transfer das Gehaltsgefüge bei Arsenal aus“, schrieb die englische Zeitung „Sun“. Bei Arsenal soll Özil sieben Millionen Euro im Jahr verdienen, sein Vertrag läuft bis 2018. Rekord-Gehalt und Rekord-Ablöse: 50 Millionen Euro lässt sich der englische Top-Klub Özil kosten. Damit steigt er zum teuersten deutschen Fußballer aller Zeiten auf.

Mesut Özil erklärte, dass er noch in der vergangenen Woche sicher gewesen sei, „dass ich bei Real bleibe. Ich habe dann aber doch gemerkt, dass ich nicht das Vertrauen des Trainers und der Verantwortlichen hatte. Aber ich bin ein Spieler, der dieses Vertrauen braucht.“ Bei den Gunners habe er dieses Vertrauen nach längeren Telefonaten mit Teammanager Arsene Wenger (63) sofort gespürt. Zudem freue er sich auf seine neuen Mannschaftskollegen Lukas Podolski (28) und Per Mertesacker (28). Drei deutsche Nationalspieler in einem englischen Klub – das gab es noch nie!

Arsenal ist kurz nach Saisonbeginn in England ein Königstransfer gelungen und steigt damit zum Titelkandidaten auf. Auch Manchester United wollte Özil im letzten Moment verpflichten, da war die Entscheidung für Arsenal aber schon gefallen. Und auch die Real-Fans hatten bis zuletzt auf einen Verbleib von Özil gehofft – trotz des 100-Millionen-Euro-Zugangs Gareth Bale. Nach der Länderspielpause beginnt für Mesut Özil, der bei Arsenal die Nummer elf bekommt, das Insel-Abenteuer.

In Madrid geschasst, bei Arsenal mit offenen Armen empfangen – Özil hat am Ende alles richtig gemacht. Und die Fans der deutschen Nationalmannschaft können über den Wechsel auch froh sein. Denn durch den Wechsel ist sichergestellt, dass Özil in der WM-Saison regelmäßig im Verein zum Einsatz kommt und somit topfit für die Weltmeisterschaft in Brasilien ist, wo Deutschland schließlich den Titel holen will. (ab)