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Hertha BSC: Die derzeitige Lage ist bedenklich und bedrohlich

Die derzeitige Lage bei Hertha BSC ist bedenklich. Die Spieler wirken schon nach 10 Spieltagen völlig verunsichert, keiner schöpft sein eigentliches Potenzial aus. Das größte Problem: Im ganzen Team gibt es keinen Leader, keinen, der die Ärmel mal hochkrempelt und das Team nach einem Rückschlag im Spiel wachrüttelt. Die, für die diese Stellung gedacht ist, haben mit sich selbst zu tun.

Als da wären zum Beispiel Kapitän Lustenberger, der nach langer Verletzungspause völlig von der Rolle ist, und Neuzugang Heitinga, der noch gar nicht gezeigt hat, dass er ein internationaler Top-Spieler war/ist und Hertha wirklich verstärken kann. Es ist viel Luft nach oben und schon am Freitag gegen Hannover müssen drei Punkte her, sonst kann die Stimmung ganz schnell umschwenken.

Nach der Pleite gegen Paderborn deutete sich das schon mit den Plakaten „Versager“ an. Man fühlt sich schon zu diesem – noch recht frühen Zeitpunkt der Saison – an die letzten zwei Abstiegssaisons erinnert. Und das birgt eine große Gefahr. Die ausgeglichene Bundesliga zeigt, dass man nicht zu schnell den Abstand zu der vorderen Tabellenhälfte verlieren darf, sonst bleibt man erstmal unten drin. Und in Herthas derzeitiger Liga wäre das brandgefährlich.

Noch ein Punkt ist der Trainer: Mit Hertha aufgestiegen, dann eine sensationelle erste Hinrunde gespielt. ABER, guckt man sich die Statistiken in 2014 an und seine Punkteausbeute, ist das fast schon verheerend. Auch seine Äußerungen nach den letzten zwei Niederlagen lassen die Hertha-Fans aufhorchen. Dazu erweckt seine Körperhaltung eine Ratlosigkeit. Eine Trainerdiskussion wird (offiziell, auch wegen mangelnder Kandidaten) noch nicht geführt. Das kann sich bei weiteren (Punkt-) Rückschlägen aber schnell ändern…

Was die Hertha-Fans zum Lachen bringt momentan: Man steht immerhin noch vor dem BVB, und das hätte vor der Saison nun wirklich keiner gedacht.

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Lage der Liga: Hertha überrascht in der Bundesliga nicht nur die Bayern

„Glückwunsch, Jos! Ihr wart absolut und überhaupt die beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben.“ Das sagte Bayerns Trainer Pep Guardiola nach dem 3:2-Sieg des deutschen Rekordmeisters gegen Hertha BSC. Von allen Seiten bekamen die Berliner für ihren Auftritt in München Lob; allen voran Trainer Jos Luhukay. Auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte den Niederländer vor dem Spiel gelobt. „Die Hertha ist bis dato die positive Überraschung der Bundesligasaison, eine Mannschaft, die sehr gut aufgetreten ist. Ich glaube, das liegt vor allem an dem Trainer, den sie haben, der einen sehr guten Job macht, der sehr gut zur Mannschaft passt“, sagte er.

Hertha ist in der Bundesliga schneller angekommen, als vor der Saison anzunehmen war. Luhukay war optimistisch. Man sei nicht schlechter als sieben oder acht andere Mannschaften in der Liga, ließ er wissen. Dass die Berliner aber nach zehn Spieltagen mit 15 Punkten (von 30 möglichen) auf Tabellenplatz fünf stehen, war nicht zu erwarten. Erst drei Niederlagen, dazu hat Hertha nach Bayern, Dortmund und Leverkusen die wenigsten Gegentore kassiert. „Wir haben uns alles hart verdient. Wir stehen defensiv stabil, können unsere Gegner unter Druck setzen. Darauf können wir stolz sein“, sagte Luhukay.

Die Stimmung im Verein ist gut, die Fans zufrieden und Manager Michael Preetz wurde mit einer Vertragsverlängerung bis 2017 belohnt. Bei Hertha läuft´s. Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten die Berliner viele Sympathien verspielt und fanden sich einmal mehr in der Zweiten Liga wieder. Die ständigen Trainerwechsel, das Skandalspiel gegen Düsseldorf und die darauf folgenden Gerichtsverhandlungen – viel schlechter hätte die Außenwirkung des Klubs nicht sein können. Mit der Verpflichtung von Luhukay gelang Manager Preetz der größte Schachzug in seiner Funktionärskarriere. Der Niederländer schaffte es mit seinem Amtsantritt positive Stimmung in Berlin zu verbreiten. Am Ende der Zweitliga-Saison hatte Hertha die Zweitliga-Meisterschaft gewonnen, mit 76 Zählern einen neuen Punkterekord aufgestellt.

Und nun dieser famose Start in die Bundesliga-Saison. Luhukay schafft es, seine Spieler bei Laune zu halten, auch wenn sich einer der etablierten Kräfte mal auf der Ersatzbank wiederfindet. Die Berliner sind topfit, was sich besonders in der Schlussviertelstunde bisher mehr als einmal bemerkbar machte, wenn seine Spieler mehr liefen als der Gegner. In München lief Hertha insgesamt 129 Kilometer, zwölf mehr als die Bayern. Auch die Zweikampf-Bilanz sprach für die Luhukay-Elf (53 Prozent gewonnene Zweikämpfe). Und so soll es weitergehen. Nach der Bayern-Partie sagte Jos Luhukay Richtung Winterpause (noch sieben Spiele): „Es sind fünf Zähler bis zur 20-Punkte-Marke. Wir wollen aber vielleicht noch ein paar mehr.“

Die Berliner Fans sind gespannt, was noch alles möglich ist. Die Erfahrungen der letzten Jahren haben aber einen Großteil gelehrt, nicht zu schnell in Euphorie zu verfallen. Das Vertrauen in Mannschaft und Trainer ist jedenfalls groß. Am Wochenende erwartet Hertha im heimischen Olympiastadion Schalke 04 – den bei den Fans nicht gerade beliebten Tabellennachbarn (Platz sieben). Ein Sieg würde die Euphorie weiter steigern. Und was kommt dann? „Respekt. Gegen die werden noch andere Probleme kriegen“, sagte Bayerns Thomas Müller.