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Pep Guardiola – „Der begehrteste Trainer der Welt“

Am 24. Juli 2013 begann beim FC Bayern München eine neue Zeitrechnung. Klar, etwas Ähnliches wurde auch geschrieben, als Jürgen Klinsmann oder Louis van Gaal das Traineramt beim deutschen Rekordmeister übernahmen. Aber die Ankunft von Pep Guadriola in München wurde gefeiert und zelebriert – so etwas hatte es selbst bei den Bayern noch nicht gegeben.

Man kann wohl von der größten und medienwirksamsten Presseveranstaltung in der Geschichte des Klubs sprechen. Der erste Auftritt von Guardiola lockte mehr als 200 internationale Journalisten in die Münchener Allianz Arena, Kamerateams sendeten Live-Bilder in die ganze Welt hinaus. Und was machte Pep? Er setzte sich auf seinen Platz, locker und entspannt grüßte er die Runde: „Guten Tag, grüß Gott, meine Damen und Herren.“

Der ehemalige Weltklassespieler hatte angekündigt, seine erste Pressekonferenz und das erste Training in Deutsch halten zu wollen – und das tat er. Der Einstieg in seinen neuen Job hätte trotzdem leichter sein können, schließlich hatte sein Vorgänger, Jupp Heynckes, gerade erst die erfolgreichste Saison des FC Bayern mit dem Triple abgeschlossen. Aber Pep Guardiola wäre nicht Pep Guardiola, wenn er die Herausforderung nicht sofort angenommen hätte. Er wollte nur zu den Bayern – trotz Millionen-Offerten aus England und Italien.

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„Guardiola – Der Fußball-Philosoph“, 256 Seiten, 14,90 Euro, ISBN: 978-3-7307-0042-6

Und der Erfolg in den ersten Wochen gibt ihm Recht. Nach leichten Startschwierigkeiten, hat er den Bayern seine Art Fußball spielen zu wollen eingeimpft. Wie schon in der letzten Saison dominieren sie in allen Wettbewerben. Die geäußerte Verwunderung und Kritik, unter anderem am verlorenen Supercup-Finale gegen Borussia Dortmund oder die Verschiebung Philipp Lahms von der rechten Abwehrseite ins defensive Mittelfeld, ist längst verpufft. Pep Guardiola hat sich von alledem nicht ablenken lassen, er verfolgt konsequent seinen Weg.

Doch wer ist eigentlich Josep „Pep“ Guardiola i Sala? Was zeichnet ihn aus? Wie erklären sich seine Erfolge? Dietrich Schulze-Marmeling hat den Weg des „begehrtesten Trainers der Welt“ genau verfolgt und nun in der Biographie „Guardiola – Der Fußball-Philiosoph“ aufgeschrieben. Er erzählt, wie Guardiola zum Strategen des Dream-Teams in Barcelona wurde, von Reibereien mit Louis van Gaal und von seinem Weg zum ersten „Sextuple“-Trainer.

Dietrich Schulze-Marmeling zeichnet ein genaues Bild von Guardiola und seinem Weg vom Weltklasse-Spieler zum Weltklasse-Trainer. Den Weg eines – trotz seiner vielen Erfolge – bescheidenen Mannes, der einmal auf die Frage „Macht Pep Guardiola große Mannschaften oder machen große Mannschaften Pep Guardiola?“ antwortete: „Mein Verdienst ist nur, dass ich gute Spieler habe. Sucht bitte keine anderen Erklärungen.“

FC Bayern holt Thiago Alcantara – und nun?

Das ging jetzt aber fix. Innerhalb von nur vier Tagen hat der FC Bayern München die Verpflichtung von Thiago Alcantara perfekt gemacht. Die Ablösesumme von 20 Millionen Euro (plus 5 Millionen Erfolgsaufschlag) erscheint in den Zeiten der realitätsfernen Ablösesummen als Schnäppchen.

Thiago wurde vor knapp einem Monat U-21-Europameister mit Spanien und wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt. Das lässt aufhorchen. Beim FC Barcelona galt er als Nachfolger von Xavi, nun wird er dem FC Bayern viel Freude bereiten. Pep Guardiola bekommt seinen Wunschspieler und wird ihn wohl kaum auf die Bank setzen. Was heißt das für die etablierten Münchner?

Guardiola sagte, Thiago kann eigentlich jede Position besetzen, wird mit großer Wahrscheinlichkeit aber die Sechserposition besetzen. Wer muss weichen? Im 4-1-4-1-System, das Guardiola favorisiert, ist nur ein Sechser vorgesehen, also nur ein Platz frei. Wird Bayern noch einen Spieler abgeben? Ganz ausschließen kann man das wohl nicht.

Natürlich wollen die Bayern mit einem starken Kader in die neue Saison gehen, aber ob sich zum Beispiel Toni Kroos und Luiz Gustavo mit einer wahrscheinlichen Reservistenrolle zufrieden geben und sich ruhig verhalten? Talente wie Emre Can werden jetzt auf jeden Fall umdenken, ein Ausleihgeschäft wäre für beide Seiten von Vorteil.

So könnte der FC Bayern spielen:

Neuer – Lahm, Dante, Martinez , Alaba – THIAGO – Robben, Müller, Schweinsteiger, Ribery – Götze

(ab)